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AfD: Huber kritisiert Kellermann

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Von: Hans Moritz

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Alternative für Deutschland
Richtungsstreit in der Erdinger AfD: Der Landtagskandidat Martin Huber findet die Drohung gegenüber Journalisten unerträglich. © dpa

Im AfD-Kreisverband Erding gibt es nach der Presseschelte des Vorsitzenden Wolfgang Kellermann via Facebook Streit um den Umgang mit den Medien.

Erding - Kellermann hatte geschrieben: „Wir sind davon überzeugt, dass der Tag kommen wird, wo er (der Redaktionsleiter dieser Zeitung/Anm. d. Red.) für seine Agitationsweise zur Rechenschaft gezogen wird.“

Diese offensichtliche Drohung erbost AfD-Landtagskandidaten Martin Huber. „Von solchen Äußerungen distanziere ich mich. Damit habe ich nichts zu tun. Es kann nicht sein, dass Journalisten bedrängt werden“, sagte Huber unserer Zeitung. Er werde diesbezüglich mit Kellermann ein „klärendes Gespräch“ führen.

Kellermann rudert derweil schon zurück. Von einer Bedrohung eines Journalisten könne keine Rede sein. „Natürlich kann man sich jetzt künstlich über den Begriff ,zur Rechenschaft ziehen‘ echauffieren“, heißt es in einer Presseerklärung der AfD. „Es wird Zeit für eine faire, ausgewogene und unparteiische Berichterstattung“, so Kellermann weiter. Er hoffe, dass dazu nun auch diese Zeitung angehalten werde – von ihren Vorgesetzten.

Grundsätzlich kritisiert Kellermann, dass die Erdinger Tageszeitungen zu wenig über AfD-Veranstaltungen berichtet hätten, insbesondere über die Auftritte führender Politiker der Partei im Landtagswahlkampf. Vertretern anderer Parteien sei mehr Platz zugebilligt worden, so seine Meinung. Ebenso seien nicht alle AfD-Leserbriefe und Presseerklärungen abgedruckt worden. Dabei, so Kellermanns Vorwurf, habe die Redaktion mit den „fadenscheinigsten Argumenten“ gearbeitet.

Auch zu dem auf Facebook erhobenen Vorwurf möglicher Wahlfälschung im Kreis Erding äußert sich der AfD-Kreischef: „In Deutschland ist schon mehrfach nachweislich Wahlbetrug vorgekommen.“ Er gehe aber nur von Einzelfällen aus. „Natürlich ist der absolute Großteil der ehrenamtlichen Auszähler integer, und wir sind froh, dass es diese Helfer gibt“, heißt es in der Erklärung weiter. Belege für Manipulationen in Erding nennt er nicht.

Abschließend schlüpft Kellermann in die AfD-typische Opferrolle: „Antidemokratisch ist sicherlich nicht die AfD. Antidemokratisch ist es, wenn versucht wird, das Volk durch falsche oder lückenhafte Berichterstattung zu manipulieren. Das AfD-Bashing von allen Richtungen erinnert an die schlimmsten Zeiten.“ Gegen die AfD und ihre Funktionäre sei „hochgradig gewaltsam“ vorgegangen worden.

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