1500 Asylbewerber in 111 Unterkünften 

Streitigkeiten unter Flüchtlingen nehmen zu

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Erding – Der Landkreis strukturiert die Unterbringung der Flüchtlinge neu. Er reagiert so auf die geringe Zahl neu eintreffender Asylsuchender. Dafür treten jetzt neue Probleme hervor.

Knapp 1500 Flüchtlinge leben derzeit im Landkreis – die Zahl geht laufend leicht zurück. Untergebracht sind sie aktuell in 111 Unterkünften. Ein neue kommt in Kürze in Wartenberg dazu. Andererseits werden erste Quartiere geschlossen – die Container am Lohfeld in Erding (wir berichteten) sowie die am Gymnasium Dorfen.

Die neuen Groß-Unterkünfte in Lindum bei Dorfen sowie an der Flughafentangente werden mit einer jeweils geringen Zahl an Migranten belegt. Landrat Martin Bayerstorfer begrüßt es, „dass diese beiden Objekte noch als dezentrale Heime geführt werden, da wir die Belegung beziehungsweise Umzüge sowie die Kapazitäten steuern können“. Allerdings pocht der CSU-Kreisvorsitzende darauf, dass die Regierung von Oberbayern die beiden Adressen, wie geplant, auf absehbare Zeit als Gemeinschaftsunterkünfte in eigener Regie übernimmt.

Die Kreisverwaltung ist laut Bayerstorfer dabei, die Belegung neu zu strukturieren. „Wir planen und steuern derzeit so, dass gegen Ende des Jahres die Kapazitäten der Unterkünfte mit den Zahlen der hier lebenden Asylbewerber übereinstimmen.“ Dabei würden Auflösungen, auslaufende Mietverträge sowie die Übernahme der Gemeinschaftsunterkünfte durch die Regierung berücksichtigt.

Aktuell ist laut Landrat einiges in Bewegung. Ein Auslöser dafür sei, so Bayerstorfer, „dass vermehrt Streitigkeiten unter den Flüchtlingen auftreten“. Der Fachbereich Asyl werde mit mehr Einzelfallproblemen konfrontiert. Grund dafür könnte sein, dass viele schon seit Monaten hier leben, über ihre Anträge immer noch nicht entschieden wurde, die Integration nicht vorankommt und sich Frust breit macht.

Weiter teilt der Landrat mit, dass auch die Zahl der Defekte und Schadensmeldungen aktuell wieder zunehme. Dabei wolle er niemandem einen Vorwurf machen. „Anhand der Dauer der Nutzung einzelner Objekte ist dies verständlich und war zu erwarten.“ Immer öfter müssten die Hausmeister ran, weil elektrische Geräte kaputt gingen sowie technische und mechanische Defekte aufträten. All das seien Faktoren, die den Fachbereich Asyl stark fordern, so Bayerstorfer. Erste Unterkünfte würden an die Eigentümer zurückgegeben. Asylbewerber mit Gefährdungspotenzial müssten getrennt werden. Erste anerkannte Flüchtlinge holten ihre Familien nach und bräuchten größere Räume.

Kritik übte er in diesem Zusammenhang am Verhalten einzelner ehrenamtlicher Helfer: „Es kommt vor, dass sie den Asylbewerbern auszureden versuchen, in eine andere Unterkunft umzuziehen. Dies führt regelmäßig zu großen Problemen, wenn der Umzug stattfinden soll.“ In diesem Zusammenhang stellt der Kreischef erneut klar: „Anerkannte Flüchtlinge haben keinen Anspruch mehr, vom Landkreis untergebracht zu werden. An sich müssen sie sich selbst was suchen.“ Dennoch wolle die Kreisverwaltung niemanden auf die Straße setzen. Sonst würde das Problem bei den Kommunen aufschlagen, die Obdachlose unterbringen müssen.

Der Umgang mit dem Kommunalpass pendelt sich laut Bayerstorfer allmählich ein. Vereinzelt gebe es noch Probleme. „Oft ist es dann so, dass die Geheimnummer nicht richtig vom Brief abgelöst wurde, diese mehrmals falsch eingegeben und die Karte dann gesperrt wurde. Immer wieder kommt es auch vor, dass einfach zu wenig Guthaben auf der Karte war.“

Hans Moritz

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