Mieterverein Erding 

Streitthema Nummer eins: Betriebskosten

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Erding - Der Mieterverein Erding ist auch im 25. Jahre seines Bestehens gefragt. Fast 1500 Mitglieder vertrauen auf seine Kompetenz.

Knapp 900 persönliche Beratungen haben die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Mietervereins und seine drei Rechtsanwälte 2016 geleistet. Dazu kommen 300 Ratschläge am Telefon. Diese Bilanz zog Vorsitzende Eva Kolenda in der Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend beim Mayr-Wirt.

Die Gründungsvorsitzende ging in ihrem Rechenschaftsbericht auch auf die 154 Austritte ein, die den 160 Eintritten gegenüber standen. „Viele Senioren ziehen in andere Landkreise oder Bundesländer, wo’s billiger ist“, sagte sie. Einige hätten Eigentum erworben, andere seien verstorben.

Wie wichtig der Mieterverein ist, zeigte Kolendas Übersicht über die Beratungsschwerpunkte. 240 Mal ging es um Betriebskosten. Es folgten Mängel (65), Mieterhöhungen (61), Kündigungen (55), Auszug (35), das Thema Kaution (33) und Schimmelbefall (32).

Um sich gegenseitig zu unterstützen, arbeitet der Verein mit dem Sozialverband Deutschland in Erding und mit dem VdK zusammen. Seit 2015 gebe es zudem das Netzwerk mit den Mietervereinen Freising und Garching. „Das ist die Voraussetzung, dass kleinere Mietervereine überleben können“, so Kolenda. Das Netzwerk funktioniere immer besser. „Für uns heißt das, dass wir von Montag bis Freitag halbtags telefonisch erreichbar sind.“

Da es immer schwieriger werde, ehrenamtliche Vorstandsmitglieder zu finden, ist Kolendas Ziel „ein Geschäftsführer, „der alle drei Vereine betreut“.

Bei all dem Engagement hat der Verein gut gewirtschaftet. Laut Kassier Klaus Gerstmayer standen 2016 Einnahmen in Höhe von gut 106 000 Euro Ausgaben von rund 105 000 Euro gegenüber. Kolenda: „Wir arbeiten sehr sparsam. Ich hoffe, dass wir in den nächsten zwei Jahren ohne Beitragserhöhung auskommen.“

Enttäuscht zeigt sie sich vom zweiten Teil der Mietrechtsreform, der immer noch auf sich warten lasse. Dabei gebe es gute Ansätze. So solle etwa der Zeitraum der Vergleichsmiete von vier auf zehn Jahre erhöht werden. Bis zur Bundestagswahl im September erwartet Kolenda aber keine Fortschritte.

Vize-Bürgermeister Ludwig Kirmair ging in seinem Grußwort auf die Wohnungsknappheit in Erding ein, die der Zuzug verursache. Die Situation sei angespannt. „Das Ungleichgewicht schafft Preisdruck nach oben.“ Die Politik könne nur reagieren. „Wohnungen baut man nicht auf Vorrat, und Kommunen sind selten Vermieter.“ Auch die Stadt Erding sei bemüht, Wohnraum zu schaffen – in verschiedenen Formen. Kirmair verwies auf das neue Baugebiet südlich des Thermengartens, in dem die Stadt mit Landkreis-Wohnungsbaugesellschaft und Baugenossenschaft zusammenarbeitet. Dies werde aber nicht alle Probleme lösen.

Kirmair lobte Kolenda für ihren Einsatz im Mieterverein. Sie sei es auch gewesen, die in ihrer Zeit als Dritte Bürgermeisterin den Mietspiegel eingeführt habe.

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