Studie der FMG

Erdinger sind gerne Flughafennachbarn

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Erding – Eine große Mehrheit der Landkreisbürger sieht den Flughafen im Moos positiv. Zur Kapazitätserweiterung fällt die Bewertung laut einer Befragung ganz anders aus.

84 Prozent der Erdinger Landkreisbürger sehen den Groß-Airport in ihrer Nachbarschaft als positiv an. Das sind Ergebnise der Umlandbefragung der Flughafen München Gesellschaft (FMG). Diese gute Wertung fällt im LandkreisErding sogar etwas positiver als im gesamten Untersuchungsgebiet der Studie (80 %). Es umfasst 43 Gemeinden aus den Kreisen Erding, Freising, Ebersberg, Dachau, Landshut und München. Mitte 2015 hatten Marktforscher über 2400 Bürger dazu telefonisch befragt.

Überwiegend kritisch sehen die Befragten für sich persönlich dagegen eine weitere Flughafenentwicklung (siehe Ende des Artikels). Ein Drittel der Befragten im Landkreis empfindet die „Lärmsituation“ als negativ. Davon fühlen sich 46 Prozent stark oder sehr stark von Straßenlärm beeinträchtigt, 53 Prozent von Fluglärm.

Diese und weitere Daten erläuterte der stellvertretende FMG-Umlandbeauftragte Jochen Flinner am Montag den Kreisräten im Ausschus für Struktur, Verkehr und Umwelt bei der Präsentation der Sonderanalyse für den Landkreis Erding. Die Werte hätten sich im Vergleich zur vorangegangenen Umlandbefragung im Jahr 2010 wenig verändert, erklärte Flinner. „Nur der Verkehr und die Wohnsituation haben aber deutlich schlechter abgeschnitten.“

Dabei sind nach der aktuelle Umlandbefragung 79 Prozent der Landkreisbürger zufrieden mit ihrer „Wohnsituation“ (Gesamtgebiet: 77 %). Diese Begrifflichkeit kritisierte Horst Schmidt (SPD). „Die Einschätzung wundert mich“, sagte er im Hinblick auf horrende Mieten und Immobilienpreise. Flinner gab zu, dass es über den Begriff „Wohnsituation“ ein Gespräch mit dem Marktforschungsinstitut TNS Infratest gegeben habe. Nachdem es eine telefonische Befragung gewesen sei, seien sicherlich viele Menschen dabei gewesen, „die schon eine Wohnung haben“.

Auf Schmidts Frage, wie der Flughafen zur Linderung der Wohnungsnot beitragen können, erklärte Flinner: Es sei geplant, bis zu 600 Wohnungen für eigene Beschäftigte zu bauen. Dazu sei man mit einigen Gemeinden im Gespräch. Auf Schmidts Frage nach einer Mitwirkung bei der Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur blieb Flinner dagegen vage: „Wir versuchen, auf allen Ebenen unseren Beitrag zu leisten.“

Einen interessante Besonderheit habe die Studie ergeben, erklärte Flinner: „In den allermeisten Bereichen sehen die Erdinger den Flughafen positiver als die Freisinger.“ Die Verkehrsanbindung sei bei dieser Bewertung die einzige Ausnahme.

Flughafenentwicklung

„Wie beurteilen Sie die Flughafenentwicklung inklusive Kapazitätserweiterung, wie etwa durch eine 3. Start- und Landebahn?“ Persönlich: 44 % / 42 % (positive Wertung im Landkreis Erding / im Gesamtgebiet); für Wohnort: 71 % / 66 %; für Region: 74 % / 70 %; für bayerische Wirtschaft: 88 % / 89 %.


Rubriklistenbild: © dpa/dpaweb

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