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Willkommen zur „Blauen Stunde“: Peter Breth (M.), Vorstandsmitglied des Kunstvereins, eröffnete die Ausstellung.

Ausstellung Kunstverein Erding 

„Die Stunde zwischen Hund und Wolf“

„Blaue Stunde“ – unter dieses Thema ist die Mitgliederausstellung des Kunstvereins Erding gestellt. Diese magische Zeit zwischen der Dämmerung und der Dunkelheit oder dem ersten Morgenlicht hat schon viele Künstler inspiriert – nun auch die Mitglieder des Kunstvereins.

Erding Sehr gut besucht war die Vernissage im Erdinger Frauenkircherl, zu der der Kunstverein Erding eingeladen hatte. Vorstandsmitglied Peter Breth ging auf die Bedeutung der „Blauen Stunde“ ein: „Sie steht für Traum und Wirklichkeit, für Ende und Neuanfang, für Melancholie und Hoffnung. Es ist die Zeit des Innehaltens, der Besinnung und des Rückblicks.“ In Italien werde sie als „Stunde zwischen Hund und Wolf“ bezeichnet – ein Übergang, bei dem sich Ungezähmtes Bahn brechen kann, ein gefährlicher und befreiender Moment, ein Raum der Unschärfe und des Begehrens.

Die Besucher ließen ihre Blicke über düstere und helle Landschaften wandern, erlebten den Sog tiefgründiger Blautöne, sahen eine augenzwinkernde Auseinandersetzung mit Fenstern, die sich öffnen, um das Sichtfeld zu erweitern, oder einen Dämmerschoppen, der das Blausein in sich trägt. Es leuchtete den Betrachtern ein Feuer in dunkler Nacht entgegen. Sie erblickten eine geheimnisvolle Fremde, die sich aufzulösen drohte. Eine Dame in Blau mit verwegenem Hut grüßt huldvoll von der Wand, eine Königin der Nacht fixiert lasziv das Gegenüber, eine abwesende Schöne träumt sich gedankenverloren ins Nichts, grazile Geschöpfe nehmen mit feinem Pinselstrich Kontur an – verzauberte und zauberhafte Frauen, dem Moment hingegeben.

Ob geheimnisvolle Sehnsuchtsorte, sinnfreudige Begegnungen, abstrakte Träume in Farbe, die Rückkehr in eine Märchenwelt oder das Wagnis einer kühnen Grenzüberschreitung – eines ist der „Blauen Stunde“ grundsätzlich zu eigen: Sie beflügelt die Fantasie.

Bei der Vernissage improvisierte der 17-jährige Pianist Quirin Vogel am Klavier und fasste seine Vorstellung von einer „Blauen Stunde“ in Musik. „Hervorragend“, wie Breth kommentierte.

Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 29. Oktober, jeweils von 13 bis 19 Uhr geöffnet. Zur langen Nacht der Museen, am Freitag, 27. Oktober, kann man die Werke bis 22 Uhr besichtigen.

Vroni Vogel

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