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Steht seit eineinhalb Jahren leer: Das ehemals als Post genutzte Gebäude am Erdinger Bahnhof. Dort hätte die Tafel genug Platz. 

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Tafel will in die alte Bahnhofspost

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Die Platznot der Tafel Erding, die bedürftige Bürger mit Lebensmitteln versorgt, scheint ein Ende zu haben. Die Ehrenamtlichen können im alten Postgebäude am Bahnhof unterkommen.

Erding Er ist ein Provisorium: der Tafel-Laden an der Friedrichstraße in Klettham. Die Räumlichkeiten sind viel zu klein für die stetig steigende Zahl der Bedürftigen. Sie stehen an den Ausgabe-Mittwochen bis ins Freie an, um Einlass zu erhalten. Gerade im Winter oder bei Regen eine Zumutung – auch für die vielen Helfer, die sich ehrenamtlich bei der Tafel engagieren.

Jetzt ist eine Lösung in Sicht: das alte Postgebäude am Bahnhof in Erding. Es gehört der Stadt und steht seit dem Auszug der privaten Hochschule für angewandtes Management Anfang 2016 leer.

Petra Bauernfeind, Stadträtin der Freien Wähler und Vorsitzende der Nachbarschaftshilfe (NBH) Erding, unter deren Trägerschaft die Tafel steht, sucht schon lange nach größeren Räumlichkeiten. „Die Tafel nimmt immer größere Ausmaße an, auch weil wir viele Spenden bekommen“, sagte Bauernfeind in der Jahreshauptversammlung der NBH. Deshalb brauche man dringend einen größeren Laden. „Wir mussten zum ersten Mal Ware ablehnen, weil wir keinen Platz hatten.“ Es mangelt vor allem an Lager- und Kühlmöglichkeiten. An der Friedrichstraße teilt sich die Tafel ein Gebäude mit der Arbeiterwohlfahrt, die dort ihren Kleiderladen betreibt. Der Tafel stehen ein kleiner Raum, in dem die Backwaren ausgeteilt werden, ein großer Raum, ein Mini-Lager „und ein feuchter Keller“ zur Verfügung, erklärte Bauerfeind.

Das ehemalige Postgebäude, in zentraler Lage an S-Bahnhof und Busbahnhof, verfügt insgesamt über 800 Quadratmeter auf zwei Etagen. Die Tafel würde im Erdgeschoss die ehemalige Schalterhalle, die angrenzende Küche und einen Lagerraum nutzen. „Das alte Postgebäude wäre ideal“, sagte Bauernfeind im Stadtrat.

Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) signalisierte ihr seine Zustimmung, „aber zeitlich befristet“, wie er wegen der Realisierung des S-Bahn-Ringschlusses einschränkte. Einige Jahre könnten bis dahin jedoch ins Land ziehen. Außerdem gibt es offenbar keine andere Interessenten für das Gebäude. „Wir haben über Monate versucht, eine Nachnutzung zu kriegen, aber das ist schwierig“, sagte Gotz.

Wie wichtig die Arbeit der Tafel ist, zeigen folgende Zahlen: Allein im vergangenen Jahr hat sie 6300 ehrenamtliche Helfer-Stunden beansprucht. Die Lebensmittel – 2016 waren es gut 123 Tonnen – werden ja nicht nur ausgegeben, sondern müssen auch eingesammelt und aufbereitet werden. Pro Ausgabetag werden rund 2,4 Tonnen verteilt. Bei durchschnittlich 134 Kunden (je nach Haushaltsgröße 247 versorgte Personen) jede Woche ergibt dies 9,7 Kilogramm pro Person.

Die Tafel Erding besteht seit Januar 2005. Anfangs fand die Lebensmittelausgabe an der Roßmayrgasse, auf der Rückseite des ehemaligen Kino-Centers statt. Seit Frühjahr 2009 ist die Tafel mit ihrem Laden an der Friedrichstraße beheimatet.

von Gabi Zierz

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