Zwischen Glanz und Glamour, Slapstick und Wortwitz changierte der 25-jährige Magier Luke Dimon aus Forstinning bei seiner Vorstellung in der Stadthalle.  Foto: Peter Bauersachs
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Zwischen Glanz und Glamour, Slapstick und Wortwitz changierte der 25-jährige Magier Luke Dimon aus Forstinning bei seiner Vorstellung in der Stadthalle.

STADTHALLE

Täuschung als atemberaubende Kunst

Sein akttuelles Solo-Programm „Nichts als Luke und Trug“ stellte Luke Dimon, der Magier aus Forstinning, in der Stadthalle vor.

Erding – Nichts als „Luke und Trug“ in der Stadthalle in Erding. Mit der Wahrheit nimmt es Luke Dimon alias Lukas Lehnertz nämlich nicht so ganz genau. Doch wenn der Schein das Sein täuscht und magisch-mystische Kräfte ihre Wirkung entfalten, dann wird die Täuschung zu atemberaubender Kunst. Am Samstagabend stand der Deutsche Meister der Magie auf der Erdinger Bühne und zeigte, dass Zauberei in Wahrheit den Augenblick prägt. Das Forstinninger Multitalent präsentierte eine „mit Abstand“ atemberaubende Magic- und Comedy-Show.

Die Würze der Magie, verstärke „Maggi“, kalauerte Luke Dimon und zog dabei ein Fläschchen aus dem Ärmel. Doch essenzieller für seine Show sei noch die Manipulation . „Das hat nichts mit Täuschung zu tun, sondern kommt aus dem Lateinischen von Manus, der Hand und dem deutschen Wort pulen“, übersetzte er frei. Sodann demonstrierte der Illusionist seine Fingerfertigkeit. Es folgten die bei Zauberern unvermeidbaren Kunststücke: Karten erschienen aus Jackenärmeln, kamen hinter den Ohren des Meisters hervor und zerbröselten zu Konfetti.

„Meine Zuschauer teilen sich immer in zwei Gruppen: Die einen sind völlig erstaunt und genießen den Abend, die anderen wollen wissen, wie ich das eigentlich mache.“ Und er rät: „Lassen Sie sich verzaubern und geben Sie sich der Magie hin.“

Zwischen Glanz und Glamour, Slapstick und manchmal derbem Wortwitz changierte der 25-jährige Künstler. Mal las er aus seinem Corona-Tagebuch, mal brillierte er als Sänger, der en passant mit Bällen jonglierte. Und Simsalabim, schon zog er ein Tuch aus einem Ei oder schwang ein volles Whisky-Glas kopfüber, das er zuvor in einen Ring gestellt hatte. Dann trank er volle Schalen mit Wasser leer, die sich stets wieder mit Flüssigkeit füllten.

Auch komödiantische Schauspielerei gehörte zum Repertoire des Magiers am Samstagabend, etwa bei einer schnellen Vor- und langsamen Rückwärts-Nummer, einer Art Zeitschleife sozusagen: „Improvisation ist schließlich alles“, riet er dem Publikum. Heuer durften keine Zuschauer wegen der Abstandsregeln auf die Bühne. Luke Dimon zog das Publikum dennoch mit in seine Show und freilich auch in seinen Bann hinein, stellte Fragen und konterte mit witzigen Antworten.

Der deutsche Meister der Zauberkunst, Magier des Jahres und Grand-Prix Sieger der Magie deckte innerhalb von 60 Minuten die ganze Bandbreite des Genres ab. Zum Schluss wurde der Forstinninger fast schon philosophisch. „Die Kultur muss leben“, sagte er. Dankbar sei er, dass es in der Erdinger Stadthalle wieder Veranstaltungen gebe. Dankbarkeit zeigte er aber auch gegenüber dem Publikum, das trotz Corona in seine Show gekommen sei. „Der Moment ist so kostbar, leicht wie ein Luftballon“, meinte der Magier.

Ein roter Luftballon an einem Band stieg auf, Symbol für ein zauberhaftes Leben. „Sich verlieben, Entscheidungen treffen, scheitern, die Konsequenzen ziehen – und wieder Neues schaffen“, war sein Credo. „We come naked, we go naked – und wir sollten das Beste aus unserem Leben machen.“ (Michaele Heske)

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