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Das Wehrwissenschaftliche Institut für Werk- und Betriebsstoffe (WIWeB) ist Teil des deutschlandweiten Tags der Bundeswehr. 

WIWeB: Tag der Bundeswehr am 15. Juni

Die Formel 1 des Militärs

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Das Wehrwissenschaftliche Institut für Werk- und Betriebsstoffe (WIWeB) ist Teil des deutschlandweiten Tags der Bundeswehr. Tausende Besucher werden sich dann unter dem Motto „Willkommen Neugier“ ein Bild über die Vielfalt und die Leistungsfähigkeit der Bundeswehr im Allgemeinen und des Instituts im Besonderen machen.

Erding Das Wehrwissenschaftliche Institut für Werk- und Betriebsstoffe (WIWeB), auch als ehemalige Materialprüfstelle bekannt, steht gewöhnlich nicht im öffentlichen Fokus. Es liegt, von vielen unbeachtet, ein wenig abseits der Staatsstraße nach Berglern und Moosburg. Am Samstag, 15. Juni, mitten in den Pfingstferien, wird sich das ändern.

Das WIWeB ist Teil des deutschlandweiten Tags der Bundeswehr. Tausende Besucher werden sich dann unter dem Motto „Willkommen Neugier“ ein Bild über die Vielfalt und die Leistungsfähigkeit der Bundeswehr im Allgemeinen und des Instituts im Besonderen machen. Am Programm wird seit Wochen getüftelt. Damit will sich die Bundeswehr, mittlerweile überwiegend eine Freiwilligen-Armee, auch als attraktiver, vielfältiger Arbeitgeber präsentieren.

Oliver Schmid und Marc Hinnemann sind Teil eines 13-köpfigen Organisationsteams, das den Tag der Bundeswehr in Erding koordiniert. Das WIWeB ist der einzige Veranstaltungsort zwischen München, Landshut und Regensburg. Gerade einmal 14 sind es bundesweit.

Das WIWeB repräsentiert den Sektor AIN (Ausrüstung, Informationtechnik und Nutzung), den früheren Rüstungsbereich. „Wir rechnen mit so vielen Besuchern, dass wir auf der Fliegerhorst-Landebahn einen Großparkplatz anlegen, der mit Shuttle-Bussen mit sechs Haltestellen an unser Institut angebunden werden wird“, sagt Schmid. Auch zwischen S-Bahnhof Erding und WIWeB werden Busse pendeln.

Auf dem Institutsgelände können die Gäste nach Angaben Hinnemanns die gesamte Fahrzeugpalette der Bundeswehr bestaunen, darunter einen Panzer Leopard 2, eine Panzer-Haubitze und einen Hubschrauber. Eine Flugschau ist allerdings nicht vorgesehen. Dafür zeigen unter anderem die Diensthunde ihr Können. Ein Fallschirm-Simulator und ein 3D-Bodyscanner stehen zum Ausprobieren bereit. Das Familienbetreuungszentrum der Bundeswehr organisiert ein Kinderprogramm.

Auch das leibliche Wohl kommt nicht zu kurz, Schmid kündigt dafür unter anderem Food-Trucks an. Auch der bei den Erdingern so beliebte Erbseneintopf wird noch einmal kredenzt. Die Veranstaltung findet im Freien und in Zelten statt.

Das WIWeB ist sicher keine klassische Institution der Bundeswehr, wie sie Außenstehende kennen. „Wir sind eine technische, zivile Einrichtung mit Forschungsauftrag. Den Tag der Bundeswehr wollen wir nutzen, auch das andere Bild der Truppe zu vermitteln“, erklärt Schmid.

Der 3D-Bodyscanner ist dafür ein anschauliches Beispiel, er nimmt beim WIWeB wie in der gesamten Bundeswehr eine zunehmend wichtige Rolle ein. Erding ist das 3D-Druckzentrum der Armee, an dem neue Technologien erforscht werden. Hier sollen Ideen erprobt werden. Dazu arbeitet das WIWeB mit allen Dienststellen der Truppe zusammen. Unter anderem geht es um Reparatur und Ersatzteile, Leichtbau und neuartige Bauweisen sowie Optimierung und Personalisierung der Ausrüstung.

Hintergrund ist der weltweite Einsatz der Bundeswehr. Die Soldaten sind bei extremer Witterung gefordert – große Hitze, aber auch klirrende Kälte. „Da muss die Ausrüstung stimmen, und zwar bei jedem Einzelnen“, erklärt Hinnemann. Am WIWeB werde unter anderem die Bekleidung entwickelt und getestet. „Das geht bis zur Optimierung der Ausrüstung bei jedem einzelnen Soldaten“, fügt Schmid hinzu.

Eine weitere Aufgabe der 220 Mitarbeiter – je ein Drittel Wissenschaftler, Ingenieure und Laboranten – sind neue Werkstoffe, das heißt etwa den Einsatz von faserverstärkten Kunststoffen (Karbon) zu entwickeln und für den Militäreinsatz zu testen. Hierunter fällt auch die Optimierung von Materialien für den Einsatz, etwa ein verbesserter Brandschutz in den Flugzeugen, aber auch Helme und Schutzwesten.

Vom Erdinger Institut aus gehen nach Entwicklung und Erprobung die Aufträge an die Industrie. „Und wir sind auch die Stelle, die die Waren dann überprüft, ob auch wirklich alles passt“, erklärt Schmid die Rolle des WIWeB als Bundeswehr-TÜV. Hinzu kommen eigene Entwicklungen, darunter ein Schaum, mit dem sich Minen entschärfen lassen. Aber auch bei der Untersuchung von Unglücken ist die Expertise des WIWeB gefragt, zuletzt nach dem Absturz eines Bundeswehr-Hubschraubers im afrikanischen Mali (wir berichteten).

Einen Vergleich zieht man im WIWeB gerne. „Wir sind wie die Formel 1. Was dort entwickelt wird, fließt in den Automobilbau ein. Was wir machen, dient der gesamten Truppe“, so Schmid. Er findet: Zeit, dass das breiter bekannt wird.

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