Da war die Dorfener Welt noch in Ordnung: Simon Franz (2.v.l.) trifft zum 1:0. Am Ende gewann Erding 2:1.
+
Da war die Dorfener Welt noch in Ordnung: Simon Franz (2.v.l.) trifft zum 1:0. Am Ende gewann Erding 2:1.

EISHOCKEY - Beim Herbst-Cup geht es zwischen Erding und Dorfen zur Sache – Gladiators siegen

Test-Derby mit Punktspiel-Charakter

  • Wolfgang Krzizok
    VonWolfgang Krzizok
    schließen

Das Testspiel zwischen den Erding Gladiators und dem ESC Dorfen war schon mal ein richtiger Vorgeschmack auf die kommende Bayernliga-Saison.

Erding – Im letzten Spiel des Herbst-Cups lieferten sich die Erding Gladiators und der ESC Dorfen in der Stadtwerke Arena Erding einen knallharten Kampf, den die Gastgeber letztlich mit 2:1 Toren (0:1, 2:0, 0:0) für sich entscheiden konnten. Das bedeutete den Pokalsieg für die Gladiators vor dem EV Moosburg, dem ESC Dorfen und den Wanderers Germering.

In den ersten fünf Turnierspielen fielen relativ viele Tore: Dorfen unterlag Moosburg 2:3, Erding schlug Germering 9:5, tags darauf fertigten die Eispiraten die Wanderers mit 8:0 Toren ab und die Gladiators die von Bernie Englbrecht trainierten Moosburger mit 10:0. Der EVM behielt in seiner letzten Partie gegen Germering mit 7:5 Toren die Oberhand.

Im abschließenden Turnierspiel war dann richtig Feuer drin. Erding musste auf die verletzten Daniel Krzizok und den beruflich verhinderten Sebastian Schwarz verzichten, Dorfen auf den gesperrten Max Steiner. Der hatte sich tags zuvor gegen Germering eine Matchstrafe eingehandelt. In der letzten Spielminute, beim Stand von 8:0 für Dorfen, checkte er Andreas Schmelcher, der mit blutiger Nase liegen blieb. „Des war a normaler Check – mia san ja ned beim Ping-Pong“, schrie Dorfens Trainer Franz Steer aufs Feld. Der Hauptschiedsrichter hatte es dagegen als Check gegen den Kopf gesehen und schickte Steiner in die Kabine.

Hart ging es dann auch beim Derby zur Sache. Klar zu erkennen: Die Eispiraten-Mannschaft trägt Steers Handschrift: starke körperliche Präsenz, kein Zurückweichen, jeder Check wird zu Ende gefahren, hohes Tempo. Wie heiß die Eispiraten auf der Derby waren, zeigte sich nicht zuletzt daran, dass alle Spieler, die gerade nicht auf dem Eis waren, die gesamte Partie standen – auf die Bank setzte sich keiner.

Erster Aufreger war ein Check von Florian Zimmermann gegen Urban Sodja, unmittelbar vor der Dorfener Bank (10.). Richtig hoch kochten die Emotionen nur zwei Minuten später, als Dorfens Benedikt Dietrich den am Boden knieenden Basti Cramer umcheckte. Marko Babic und Alex Gantschnig schnappten sich den Übeltäter, von Dorfener Seite mischten Bastian Rosenkranz und Torwart Luca Endres mit. Für die vier an der Rauferei beteiligten Spieler gab es je zwei Strafminuten, Dietrich kam ohne Strafe davon, obwohl Cramer – trotz Gitter-Helm – eine blutende Wunde im Gesicht davongetragen hatte.

Rüder Check: Erdings Basti Cramer (r.) wird von Dorfens Benedikt Dietrich umgewuchtet. Daraus entstand eine Rauferei mit mehreren Beteiligten, die anschließend auf die Strafbank mussten.

Es wurde aber auch Eishockey gespielt, und in der 16. Minute durfte Dorfen jubeln. Gerade war eine Strafe gegen Erding abgelaufen, da traf Simon Franz mit einem Schlagschuss aus kurzer Distanz zum 1:0. Fast wäre im ersten Abschnitt noch das 2:0 gefallen, denn fast 90 Sekunden lang hatten die Eispiraten eine 5:3-Überzahl, doch hielt Torwart Christoph Schedlbauer glänzend.

Im zweiten Abschnitt gelang Zimmermann in Unterzahl der Ausgleich, als er Endres den Puck durch die Beine schob (22.). Pech hatte auf der Gegenseite wenig später Christoph Obermaier, der nur die Latte traf (24.). Als die Gladiators dann erstmals Überzahl hatten, war es Verteidiger Dominik Wagner, der sich durchtankte und überlegt das 2:1 besorgte (32.). In der Folge war es weiter ein knallhartes Kampfspiel, mit Chancen auf beiden Seiten, doch es wollte kein Treffer mehr fallen. Am Nächsten am Torerfolg waren die Gladiators in der 57. Minute, doch traf Gantschnig nur die Latte.

Wenig später war Schluss. Erdings Kapitän Philipp Michl durfte den Herbst-Cup in die Höhe recken, und die Spieler verabschiedeten sich freundschaftlich. Das erste Punktspiel-Derby steigt am 12. November in Erding. Da dürfte es kaum weniger heiß hergehen und die Freundschaften werden wieder ruhen – für mindestens 60 Minuten.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare