Warten auf ein dauerhaftes Zuhause: Diese beiden Kaninchen sind derzeit mit vielen anderen Artgenossen in der Obhut des Tierschutzvereins Erding. foto: fkn

Tiere in Not: Ausgesetzt und abgegeben

Erding - Der Tierschutzverein Landkreis Erding kann sich vor Kaninchen kaum retten. Rund 30 von ihnen warten derzeit auf ein neues Zuhause.

Auch wenn Christa Manschek an Weihnachten keine erkennbare Zunahme von ausgesetzten oder abgegebenen Tieren erkennen konnte, schlägt die Vorsitzende des Tierschutzvereins Alarm. Die Zahl der ausgesetzten oder auch in Wohnungen einfach zurückgelassenen Tiere steigt stetig, unabhängig von der Jahreszeit. Manschek macht dafür fehlendes Verantwortungsgefühl in einer Wegwerfgesellschaft verantwortlich: „Wenn sie sehen, dass Tiere Arbeit machen, müssen sie wieder weg.“

Manschek berichtet, dass an Heiligabend bei Ilse Jehl in der Pflegestelle in Erding eine Katze abgegeben worden sei. Begründung: Man habe keine Zeit mehr für das Tier. „Frau Jehl war gerade an diesem Tag den Tränen nahe“, sagt Manschek. Sie erinnert daran, dass ein Mann 2013 auf einen Schlag 23 Kaninchen beim Tierschutzverein abgeliefert hat. Und: „Wir haben schon 19 ausgesetzte Kaninchen in einem Waldstück bei Langenpreising einfangen dürfen. Das war eine tagelange Aktion.“ Ständig würden Kaninchen gefunden: auf der Straße, im Park oder auf der grünen Wiese. Ein Unbekannter habe seine Meerschweinchen in einem Wald bei Wörth ausgesetzt. Spaziergänger konnten eins retten, das zweite war bereits tot. Die aufgefundenen Tiere seien meist in einem sehr schlechten Zustand, so Manschek.

Sie appelliert an die Bürger, sich genau zu überlegen, wieviel Arbeit ein Tier macht. Es muss regelmäßig gefüttert, der Stall oder Käfig ausgemistet werden. Eine Ursache für die unüberlegte Anschaffung und die damit verbundenen Missstände sieht Manschek in der bequemen Verfügbarkeit. Viele Bau- oder Gartenmärkte bieten Kleintiere an, einige von ihnen sogar Schlangen und Echsen. Wird dem Halter der Aufwand zu viel, lässt er die Exoten einfach in der Wohnung zurück. Solche Fälle haben die Tierschützer in der Vergangenheit auch erlebt. (zie)

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