Gut gemacht: Annette Zweck (l.) und ihr Mixed-Partner Matthias Müller holten sich die EM-Titel. foto: privat

Tennis Europameisterschaften

Annette Zweck: EM-Titel gewonnen, Knie kaputt

Seefeld/Erding - Wie nah oft Glück und Pech beisammenliegen, musste Annette Zweck bei den Tennis-Europameisterschaften der Senioren in Seefeld erfahren. Nach dem EM-Titel im Mixed zog sich die Erdingerin im Doppelfinale einen Kreuz- und Innenbandriss zu.

6:3 und 4:0 führten Annette Zweck und ihre Partnerin Stefanie Kolar im Doppelfinale der 40. European Senior Open in Seefeld/Österreich. Der zweite EM-Titel war für das Erdinger Tennis-Ass zum Greifen nahe. Plötzlich ein Knall im rechten Knie – die spätere niederschmetternde Diagnose: Kreuz- und Innenband gerissen. „Erst habe ich geglaubt, dass etwas gebrochen ist, so laut war das Knacken“, erzählt Zweck.

Sie biss die Zähne zusammen und wollte im rein deutschen Doppelfinale gegen Sonja Kaspers und Silke Richard mit Stand-Tennis die beiden Siegpunkte einfahren. Doch nach einigen Ballwechseln warf sie das Handtuch. „Es ging nicht mehr, die Schmerzen waren zu groß. Das Knie war nach hinten instabil. Richtig schade für meine langjährige Doppel-Partnerin“, bedauert Zweck.

Doch das dicke Ende kam erst noch: Nach einigen Stunden schwoll plötzlich ihr Bein an und schmerzte. Sie hatte sich eine Thrombose in der Wade eingehandelt. Mit blutverdünnenden Mitteln wurde diese behandelt. Mittlerweile sei die Schwellung wieder zurückgegangen, sagt Zweck, doch eine Operation sei in nächster Zeit nicht möglich. Erst müsse die Thrombose ganz ausgeheilt werden, dann erst sei eine OP am rechten Knie möglich. „Wahrscheinlich erst in etwa einem halben Jahr“, befürchtet die Pensionsbesitzerin.

Erstmals ist Zweck, die bei der Hallen-EM im vergangenen Jahr bei den U 35-Damen alle drei Titel gewonnen hatte, in der AK 40-Klasse angetreten. Die noch 39-Jährige – erst im Mai wird sie 40 – hatte in dieser Altersklasse noch keine Ranglistenpunkte sammeln können und war nicht gesetzt. Ihr Pech, dass sie dabei in der zweiten Runde schon auf die an Nummer zwei gesetzte Sylva Himper aus Tschechien traf. Nach ihrem Auftakterfolg gegen die Schweizerin Sarah Giger (6:3, 6:0) musste sie sich der späteren Europa-Einzelmeisterin (AK 40) mit 1:6 und 0:6 Punkten geschlagen geben.

Dafür hielt sich Zweck im gemischten Doppel mit ihrem langjährigen Mixed-Partner Matthias Müller schadlos. Nachdem ihre Halbfinal-Gegner aus der Schweiz, Giger und Thierry Delay, aus terminlichen Gründen die Segel vorzeitig streichen mussten, gewannen sie das Endspiel gegen Ana Salas-Lozano (Spanien) und Mark Hadley (England) 6:0 und 7:5, womit Zweck ihren Europameister-Titel im Mixed verteidigt hat.

Dies gelang ihr im Doppel nicht. Mit Kolar, Team-Kollegin bei der WM, fegte sie das österreichische Duo Petra Grat und Brigitte Marksteiner mit zweimal 6:1 Punkten vom Platz. Im Finale dann das Malheur und die verletzungsbedingte Aufgabe kurz vor dem Gewinn des EM-Titels.

„So was Blödes“, ärgert sich Zweck, „denn in meiner langen Karriere habe ich mich noch nie so schlimm verletzt.“ Nach der Erstversorgung durch einen Physiotherapeuten fuhr Annette zusammen mit Lebensgefährte Stefan und Töchterchen Annabell nach Hause. Nach Untersuchungen im Erdinger Krankenhaus und bei einem Münchner Orthopäden war die Operation für Dienstag angesetzt worden.

Doch daraus wurde wegen der Thrombose dann nichts. „Eineinhalb Jahre wird’s wahrscheinlich schon dauern, bis ich wieder auf den Tennisplatz kann“, befürchtet Zweck. Ob die beiden Matches (Mixed und Doppel) innerhalb weniger Stunden zur Verletzung geführt haben, bezweifelt Zweck. Eher schon der stumpfe Platz mit Teppichbelag und wenig Granulat, denn es haben sich noch weitere Spieler verletzt. „Doch ich bin eigentlich gut zurecht gekommen“, sagt die Erdingerin, die sich immerhin mit „einem Titel und einem Fast-Titel“ trösten kann.

von Johann Kalteis

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