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Das Autoren- und Produzententeam Corinna Blädel, Mark Lohr und Tobias Marschall (v.l.) beim Dreh.

Tobias Marschall (22) aus Erding hat einem Film mitgewirkt, der jetzt in den Kinos anläuft

„Morgen sind wir tot“

„Morgen sind wir tot“ ist ein neuer, regional produzierter Kinofilm, an dem auch der Erdinger Tobias Marschall mitgearbeitet hat. Jetzt ist er auch ins Erdinger Kino gekommen.

Erding - Erfolgreiche Kinofilme kommen nicht nur aus Hollywood, sie werden auch in unserer Region produziert. Mit „Morgen sind wir tot – tanzend in den Untergang“ ging gestern in den Cineplex-Kinos Erding, Neufahrn und Vilsbiburg das Werk der Waldkraiburger Produktionsfirma „NullKiloMedia“ an den Start. Der Kopf hinter dem jungen Team ist der 24-jährige Mark Lohr, ein vielversprechender Nachwuchsregisseur, der sich bereits mit Video- und Kurzfilmproduktionen einen Namen gemacht hat.

Zweiter abendfüllender Streifen

„Morgen sind wir tot“ ist nach dem Debüt-Film „Easy Raver“ im Jahr 2018 bereits sein zweiter abendfüllender Streifen. Unterstützung bekam der Waldkraiburger diesmal aus Erding: Als Co-Produzent und Co-Autor war der hier geborene Tobias Marschall an seiner Seite. Marschall, der demnächst 23 Jahre alt wird, wohnt jetzt in Fraunberg bei seiner Freundin.

Der Film dreht sich um den Gedanken, was wäre, wenn die Welt morgen ausgelöscht würde. Erzählt wird die Geschichte von Jungunternehmer Paul (Luca Garnreiter), der seinen Traum lebt und mit nur 24 Jahren auf dem Höhepunkt seiner Karriere ist – bis ihn ein Autounfall aus der Bahn wirft. Dass das Leben von heute auf morgen vorbei sein könnte, bringt ihn zum Umdenken.

Auf dem Weg in den Abgrund

Das Schicksal kreuzt seinen Weg mit dem von Sonny Mario Pruischütz), einem DJ, der in seinem eigenen Märchen lebt und die Welt wortwörtlich als farbenfrohes Musical sieht. Doch während Paul sein Leben in neue Bahnen lenkt, bewegt sich die Welt auf den Abgrund zu, und sehr bald wird die Frage zur bitteren Realität: Was, wenn morgen früh alles vorbei ist?

Der Streifen nutzt vor die Elemente des Musicals. „Die Elektromusik ist ein sehr wichtiger Bestandteil des Films“, sagt Marschall. Regisseur Lohr wagte das Experiment, einen Genre-Mix zu kreieren, „der Film balanciert zwischen elektronischem Musical und einer philosophischen Selbstfindungsreise inmitten eines Weltuntergangsszenarios“, wie er selbst sagt. Der Soundtrack wurde neu produziert, dafür wurden die beiden DJs Estabien und Mrwskij gewonnen.

Mit der Videokamera groß geworden

Wie Mark Lohr bekam auch Tobias Marschall schon frühzeitig eine Videokamera in die Hand und lernte so das Metier kennen. Zu Lohr kam er, weil er dessen Erstlingswerk gesehen hatte und sofort Feuer und Flamme war. „Ich war dann auch mal bei einem kleineren Dreh dabei. Wir haben schnell festgestellt, dass wir beide eine Leidenschaft fürs Drehbuchschreiben haben“ erzählt der Filmenthusiast, der zurzeit auch einen Studiengang „Drehbuch“ im Fernstudium absolviert.

Gemeinsam mit Corinna Blädel haben sie dann das Buch für das aktuelle Werk geschrieben. „Wir haben uns mal in Erding und mal bei den anderen getroffen“, erzählt Marschall, „je nachdem, wer grad Zeit hatte, die Strecke zu fahren“.

Im Sommer 2019 war Drehbeginn

Gedreht wurde vom Sommer bis zum Herbst 2019 – an verschiedenen Ort, darunter Waldkraiburg, Mühldorf und Neumarkt St. Veit. Die Protagonisten sind, bis auf den Hauptdarsteller, Laien, die freiwillig und gern mitgespielt haben. Das Budget betrug gerade mal eintausend Euro, die in die Kostüme und ins Catering investiert wurden.

Pünktlich zur geplanten Premiere kam Corona

Ziel war, den Film bei der Berlinale im November einzureichen, wo er dann aber nicht lief. Als Premierentag in der Region war der 14. März geplant, der für das Team zum Tiefschlag wurde, weil wegen des Lockdowns alle Vorstellungen und die After-Show-Party abgesagt werden mussten. „Da hatten wir einen fertigen Film und konnten ihn nicht zeigen“; erzählt Marschall.

Dafür wurde die nachgeholte Premiere am 27. Juni in Waldkraiburg zum Erfolg. Dort und in weiteren Kinos läuft der Film noch eine Woche länger. Im Cineplex, wo Tobias vier Jahre am Einlass saß, wird er vorerst bis Sonntag gespielt. Anders als geplant wird auch hier das Team nicht anwesend sein. Es gibt aber vor dem Hauptfilm ein 15-minütiges Special.

Henry Dinger

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