+
Feldhase in Gefahr: Wenn Spaziergänger die Tiere mitnehmen, spielen sie mit deren Leben.

Tipp vom Tierschutzverein 

Tödliche Hilfe: Baby-Feldhasen ja nicht mitnehmen

  • schließen

Für den Baby-Feldhasen kam jede Hilfe zu spät. Am Wochenende ist er in den Händen der Passauer Wildtierhilfe gestorben. Eine tragische Geschichte, sagt Tierpflegerin Michaela Maier (58) aus dem Erdinger Tierheim: „Aber genauso passiert sie leider auch bei uns mehrere Male im Jahr.“ Der Hilfsdrang einer Spaziergängerin hatte den Hasen das Leben gekostet, sie wollte das Tier daheim aufziehen.

Landkreis– Bei Minusgraden werden die ersten Feldhasen im Jahr geboren. Der Hund einer Spaziergängerin hatte ein solches Jungtier im Gebüsch aufgespürt. Er saß da im Schnee – ganz allein, die Spaziergängerin hatte Mitleid und nahm das vermeintlich hilfsbedürftige Tier mit nach Hause: „Ein großer Fehler“, sagt Maier, Pflegerin in der Wildtierabteilung des Tierheims in Kirchasch. „Man sollte die kleinen Feldhasen einfach liegen lassen“, erklärt sie – und nicht versuchen sie daheim aufziehen: Denn in Menschenhand überleben nur 20 Prozent der Feldhasenbabys.

Trotzdem kommen immer wieder Menschen ins Erdinger Tierheim mit Baby-Feldhasen im Karton. Sie haben den Kleinen meist beim Spaziergehen entdeckt und wollten ihn daheim mit der Flasche aufziehen – vergeblich, denn: „Davon bekommen die kleinen Feldhasen meist schrecklichen Durchfall.“ Wenn die Tiere im Tierheim ankommen, sind sie deshalb oft am Ende ihrer Kräfte.

Ihr Verdauungssystem verträgt die Aufzuchtmilch oder H-Milch nicht, die ihnen ihre menschlichen Adoptiveltern geben. „Sie brauchen einfach Muttermilch“, sagt Maier.

Zum anderen vermissen sie ihre Mama: Denn die Feldhasen wirken für die Spaziergänger im Wald auf den ersten Blick allein: „Aber das sind sie nicht“, sagt Tierpflegerin Maier. Zwar ist die Häsin die meiste Zeit nicht bei ihrem Neugeborenen. Denn sie verteilt ihre Jungen nach der Geburt in alle Richtungen, damit sie der Fressfeind nicht alle auf einen Schlag findet. Doch die Hasenmutter kommt nachts ein- bis zweimal, um ihr Neugeborenes mit Milch zu säugen. Nach drei Wochen kann der junge Feldhase dann selbst auf Nahrungssuche gehen und ist nicht mehr auf Mamas Milch angewiesen.

Nur in einem Fall sollten die Spaziergänger handeln: Wenn ihr Kind den Hasen berührt oder der Hund ihn anpackt. Dann nimmt die Feldhäsin ihr Neugeborenes nicht mehr an, hier hilft der Erdinger Tierschutzverein unter Tel. (0 81 22) 9 59 75 00. Für den Baby-Feldhasen aus Passau kommt diese Erkenntnis leider zu spät. anna schwarz

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

THW Freising bei Einsatzfahrt erstaunt: „Das haben wir noch nie gesehen“
Bei einem Notruf zählt jede Minute, besonders wenn bei Hochgeschwindigkeit auf der Autobahn Fahrzeuge kollidieren. 
THW Freising bei Einsatzfahrt erstaunt: „Das haben wir noch nie gesehen“
Politische Maibaum-Wache
Der Ottenhofener Gemeinderat hat gezeigt, dass ihm in Sachen Maibaum-Wache keiner so schnell was vormacht.
Politische Maibaum-Wache
Die Diebe übernehmen das Hobeln und Schleifen
Der Maibaum in Emling wurde in der Nacht auf Mittwoch gestohlen, während sich dieser noch im Wald befand. Ein Brauch von denen die Emlinger noch nichts gehört hatten. 
Die Diebe übernehmen das Hobeln und Schleifen
Auf der Suche nach Sammlern
Eine erfolgreiche Bilanz wurde bei der Hauptversammlung des Kriegervereins Langenpreising verkündet. 
Auf der Suche nach Sammlern

Kommentare