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Die Führungsriege der Nachbarschaftshilfe Erding (v. l.): Schriftführerin Erna Weinzierl, Kassierin Elisabeth Kain, 2. Vorsitzende Sabine Wagner, Beirätin Christa Nickisch, Vorsitzende Petra Bauernfeind, die Beiräte Christiane Kein und Friedbert Holz, 3. Vorsitzender Mohammad Samimi und Beirätin Johanna Müller.

Nachbarschaftshilfe Erding

90 Tonnen Lebensmittel ausgegeben

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Erding - Die Tafel Erding versorgt immer mehr Bedürftige. Deren Zahl hat sich seit 2005 mehr als verdoppelt. Dank 90 Tonnen Lebensmittelspenden konnten alle versorgt werden – auch wenn es eng ist in der Ausgabestelle an der Friedrichstraße in Klettham.

Knapp 140 Bedürftige kommen jeden Mittwoch zur Tafel-Ausgabestelle in Klettham. Zählt man deren Partner oder Familien dazu, versorgt die Tafel Woche für Woche rund 300 Menschen. Seit einem Jahr sind darunter auch viele Asylbewerber. Dies erklärte Petra Bauernfeind, neugewählte Vorsitzende der Nachbarschaftshilfe, in der Jahreshauptversammlung.

Der Verein ist Träger der Tafel, die allein im vergangenen Jahr 90,2 Tonnen an Lebensmitteln verteilen konnte. Das sind 1,7 Tonnen pro Ausgabetag und gut sechs Kilo pro Kunde. Vor kurzem sei das Ausgabesystem umgestellt worden. „Die Kunden können sich jetzt die Ware selbst aussuchen“, sagte Bauernfeind. Dies hat die Wartezeiten verringert, auch wenn es noch Engstellen gebe. „Wir brauchen dringend mehr Platz. Wir haben keine Lagermöglichkeiten“, so Bauernfeind. Dennoch laute ihr Credo: „Es geht immer irgendwie.“

Dies liegt in erster Linie an den 60 Helfern, die regelmäßig bei der Ausgabe im Einsatz sind und die Lebensmittel an drei Vormittagen in der Stadt einsammeln. 6187 Arbeitsstunden haben sie 2015 geleistet. „90 Tonnen müssen erst mal bewegt werden“, sagte Bauernfeind. Sie dankte allen Supermärkten und den Schulen, die fast wöchentlich Ware spenden. Auch Kindergärten und Landwirte gehörten dazu.

Auch wenn die Tafel immer breiteren Raum einnehme, wolle der Verein die klassische Nachbarschaftshilfe nicht vernachlässigen, betonte Bauernfeind. Dazu zählen Familien- und Altenhilfe, die Zwergerl- und Mutter-Kind-Gruppe oder die Selbsthilfegruppe „Senioren helfen Senioren“. 113 Helfer engagierten sich 2015 in diesen Bereichen rund 16 500 Stunden, 3000 davon ehrenamtlich. Die Hilfe für Senioren, zuhause oder in Heimen, umfasste gut 8200 Stunden, für Familien wendeten die Helfer knapp 5000 Stunden Zeit auf, informierte Elke Schubert vom Büro-Team. Dazu kommen die Vermittlung von Babysittern und Veranstaltungen wie das Adventscafé.

Ute Bachl betreut die vier Freizeitclubs für behinderte und nicht behinderte Menschen in Erding, Wartenberg und Taufkirchen, die sich einmal im Monat treffen, gemeinsame Veranstaltungen organisieren und Ausflüge unternehmen.

Dass bei all diesen Aufgaben die Finanzen in Ordnung sind, dafür ist Kassierin Elisabeth Kain verantwortlich. Sie war einst Vorsitzende des Vereins und erhielt jüngst das Bundesverdienstkreuz für ihr langjähriges Engagement für die Nachbarschaftshilfe und die Tafel. Dazu gratulierte ihr Bauernfeind unter Applaus herzlich. Laut Kains Auflistung hat der Haushaltsplan in Einnahmen und Ausgaben ein Volumen von je 70 000 Euro. Größter Ausgabeposten sind die Personalkosten, größte Einnahmequellen Spenden, die Beiträge der rund 380 Mitglieder und die Vermietung des Raums am Mühlgraben.

Bauernfeind dankte allen, die sich rund um die Uhr einsetzen. Egal, ob sie ein Amt ausüben oder nicht: „Da war es leicht, nochmal anzutreten.“ Einstimmig wurde sie denn auch als Vorsitzende bestätigt. Neue Vize ist Sabine Wagner, die schon oft die Tafel-Leitung übernimmt. Mohammad Samini löste den erkrankten Siegfried Draxler als 3. Vorsitzender ab. Kain bleibt Kassierin, Erna Weinzierl ist neue Schriftführerin. Als Beiräte wurden Christa Nickisch, Christiane Klein, Friedbert Holz und Johanna Müller gewählt. Die Kasse prüfen Klaus Steiger und Jürgern Ziegltrum. (zie)

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