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Alles im Plan: Den vorgesehenen Trassenverlauf vom neuen Umspannwerk entlang der B 388 zum Isar-Kanal  erklärten (v.l.) Claus Pfaffenberger und Rudi Stubenvoll den Anliegern und Grundstückbesitzern.

Info-Veranstaltung der Bayernwerk AG

Totale Transparenz beim Erdkabel

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Ein neues Umspannwerk bauen derzeit die Stadtwerke im Süden von Erding. Stormversorger Bayernwerk wird die 110 000-Volt-Anbindung realisieren. Wie und wo, das erklärten die Verantwortlichen ausführlich den Anliegern und Grundstücksbesitzern.

Erding – Bislang läuft die Versorgung des Stadtgebiets nur über das Umspannwerk im Norden neben der Anton-Bruckner-Straße. Doch Erding wächst. „Spätestens bis zum Jahr 2025 werden wir an unsere Kapazitätsgrenzen stoßen“, hatte Erdings Stadtwerke-Chef Christopher Ruthner beim Spatenstich für das neue Werk im Süden von Erding gesagt. Von dort aus soll im kommenden Jahr von der Bayernwerk AG eine 110 000 Volt (110 kV)-Anbindung an die Stromtrasse geführt werden, die entlang des Isar-Kanals läuft. Dies allerdings nicht mit Hochspannungsmasten, sondern mit einem Erdkabel.

Wie die Trasse voraussichtlich verlaufen soll und welche Baumaßnahmen erforderlich sind, erklärten Claus Pfaffenberger und Rudi Stubenvoll von der Bayernwerk AG den Eigentümern und Anliegern, die in kleiner Runde in den Besprechungsraum der Stadtwerke Erding eingeladen waren.

Beim Bau geht es laut Pfaffenberger „um eine möglichst kostengünstige Lösung, aber natürlich müssen wir die Umwelt berücksichtigen“. Ein Erdkabel sei teurer als Freileitungen, die vor zehn Jahren noch Standard waren. Aber es gebe mittlerweile die Regel: „Wenn ein Kabel nur maximal 2,75 Mal teurer ist als eine Freileitung, dann wird das Kabel gebaut.“ Das sei hier in Erding der Fall.

Pfaffenberger erklärte die Vorzüge einer unterirdischen Verrohrung. „Das ist viel praktischer“, sagte er. „Der Bau ist abschnittweise möglich, und man kann das Kabel einfach rausziehen.“ Gegraben werde bis zu einer maximalen Tiefe von 1,75 Meter, die Breite des Grabens betrage höchstens 1,80 Meter. Zwei Rohre werden in die Erde hineingelegt, in jedes Rohr kommen drei Kabel. Der oberirdische Schutzstreifen betrage zwischen sechs und zehn Metern. Straßen und Gräben, wie etwa der Itzlinger Graben, würden im so genannten Spülbohrverfahren unterquert.

Es gebe beim Bau stets eine bodenkundliche, eine ökologische und eine archäologische Baubegleitung, sagte Pfaffenberger. Auf die Frage, ob Bäume gefällt werden müssten, meinte er: „So weit es geht, werden wir bestehende Bäume meiden, aber ansonsten muss auch mal einer weg.“ Der Gehölzbestand bei Werndlfing werde aber sicher nicht angetastet. Zunächst werde der Graben ausgehoben, wobei darauf geachtet werde, dass der Humus und restliche Boden getrennt gelagert würden, sodass der Graben danach wieder entsprechend verfüllt werden könne. „Und wenn es mehrere verschiedene Erdschichten sind?“, wurde der Bayernwerk-Projektleiter gefragt. „Bei unseren Gutachtern sind auch Bodenkundler dabei, und wenn es mehrere Erdschichten sind, wird genauso lagenweise wieder verfüllt“, versprach Pfaffenberger. „Wichtig ist dabei: Eine landwirtschaftliche Nutzung ist nachher wieder uneingeschränkt möglich.“ Einzige Ausnahme: Es dürften keine tiefwurzelnden Gewächse angepflanzt werden, sie könnten die Rohre schädigen.

„Natürlich wird alles wieder so hergerichtet, wie es vorher war, man kann ja nicht einfach mit Farbe drüber pinseln“, ergänzte Stubenvoll. Er ist bei der Bayernwerk AG zuständig für die „Eigentümergespräche im Rahmen der rechtlichen Sicherung“, wie er es formulierte. Er versprach: „Es wird mit jedem Eigentümer persönlich gesprochen.“ Er sei der Ansprechpartner für eventuell entstehende Schäden.

Die anwesenden Landwirte wollten wissen, wie es denn mit Ernteausfällen in den betroffenen Streifen sei, denn der Boden sei danach sicher nicht mehr so, wie er vorher war. Auch hier werde ein staatlich anerkannter Sachverständiger beziehungsweise Schätzer herangezogen, sagte Stubenvoll. Auf Wunsch sei auch eine Einmalzahlung möglich. Das gelte ebenso für eventuelle Folgeschäden, die ausgeglichen werden, erklärte Stubenvoll. „Ein vereidigter Sachverständiger stellt den Minderertrag fest.“

Natürlich müssten sich die Grundstücksbesitzer nicht sofort entscheiden. „Ihr könnt euch auch noch mit eurem Bauernverband besprechen, dann können wir auch eine gemeinsame Lösung finden“, schlug Pfaffenberger vor. Aber auch Einzelvereinbarungen seien jederzeit möglich. Wichtig sei ihm, dass von Bayernwerk-Seite alles offen und nachvollziehbar dargelegt werde, dass man also die Betroffenen mitnehme.

Das 110 kV-Erdkabel sei „ein Schritt in die Zukunft“, meinte Stubenvoll, der dann noch den zeitlichen Rahmen absteckte. Die Abstimmung mit den Grundstückseigentümern kündigte er für das erste Halbjahr 2018 an. Die geplante Bauzeit betrage voraussichtlich rund vier Monate, sodass die Leitung Ende 2018 in Betrieb genommen werden könnte. Damit haben die betroffenen Landwirte noch genügend Zeit, ihre Wünsche und Bedenken darzulegen.

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