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Wer zieht hier ein? Und wann? Der Gasthof Adlberger mitten in Altenerding steht seit einer Woche leer. Wirt Alwin Lorenz musste die Segel streichen.

Traditionsgasthof in Altenerding

Das leidige Geld: Adlberger-Wirt gibt auf

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Nach fünfeinhalb Jahren steht der Gasthof Adlberger wieder leer. Wirt Alwin Lorenz hat aufgegeben. Wie es mit der Traditionsgaststätte im Herzen Altenerdings weitergeht? Völlig offen.

Altenerding - Es war ein Neuanfang mit großen Erwartungen, als Alwin „Ali“ Lorenz im Mai 2012 den Adlberger-Wirt am Hofmarkplatz nach langem Leerstand übernahm. Der Gasthof erarbeitete sich einen guten Namen, die Qualität des Essens wurde gelobt, viele Stammtische kamen hier regelmäßig zusammen. All das ist Geschichte. Vorige Woche hat Lorenz das Lokal geschlossen – mit einem zweitägigen Abschiedsfest. Mit ihm gehen mussten drei Angestellte und eine Vielzahl an Aushilfen.

„Es war schön und traurig zu gleich. Der Zuspruch der Gäste gerade am Schluss hat mir gut getan. Da sind einige Tränen geflossen“, berichtet Lorenz. Das Aufhören sei ihm schwer gefallen. „Aber es ging nicht mehr anders.“ Finanziell habe der Betrieb des Lokals keinen Sinn mehr gemacht. „Wir hatten zwar viele Stammgäste. Aber es hat einfach nicht gereicht.“ Erst hatte er die Öffnungszeiten erheblich reduziert. Jetzt ist ganz Schluss.

Lorenz sagt, dass es in Altenerding eine relativ starke Konkurrenz durch die Vereine gebe, etwa das Stüberl am Sepp-Brenninger-Stadion. „Ich möchte niemandem etwas wegnehmen. Ich war selbst immer wieder dort. Aber man spürt’s eben“, sagt der 56-Jährige.

Wie es jetzt mit ihm weitergeht? „Ganz ehrlich, ich kann es noch nicht sagen. Jetzt muss ich erst einmal runter und zur Ruhe kommen.“ Er könne sich vorstellen, sich in der Gastronomie anstellen zu lassen. Noch einmal in die Rolle des Wirts schlüpfen? „Im Moment ist das kein Thema. Ich kann mir das nur vorstellen, wenn es ein Konzept ist, bei dem alles passt.“

Beim Adlberger habe eben nicht alles gepasst. Lorenz weist auf den hohen Sanierungsbedarf der Gaststätte hin. Außen sei in den vergangenen Jahren zwar viel passiert. Aber Gaststube, Saal und Sanitärbereich sind für jedermann sichtbar nicht mehr auf der Höhe der Zeit.

Das stattliche Anwesen gehört Martin Adlberger. Er hat die Wirtschaft an den Erdinger Weißbräu verpachtet, der wiederum an Lorenz. Bis 2020 wäre die Unterverpachtung gelaufen. Doch die Brauerei kam Lorenz mit einer vorzeitigen Vertragsbeendigung entgegen. „Wir haben den Vertrag Ende September vorzeitig gelöst“, sagt der für die Verträge mit Erdinger zuständige Peter Jonas.

Und wie geht es jetzt weiter? Als sich vor Wochen das Ende der Ära Lorenz ankündigte, sagte Adlberger unserer Zeitung: „Am liebsten wäre mir erneut eine bayerische Gastronomie. Aber wenn wir niemanden finden, wird es halt internationale Küche.“

Zu Informationen, ein Grieche könne übernehmen, sagt Jonas: „Es gibt Gespräche, aber konkret ist noch gar nichts.“ Wie in der Gastronomie leider üblich, sei es gar nicht so einfach, einen guten Wirt zu finden. „Auch beim Personal sieht es in der Branche nicht gut aus.“ Für Jonas steht fest: „Der Adlberger kann eine gute Zukunft haben. Dann müssen aber alle Beteiligten investieren – Inhaber, Brauerei und künftiger Wirt.“ Deswegen könne er nicht sagen, wann im Adlberger wieder Bier fließt.

Für die Erdinger Gastroszene ist das Aus der nächste herbe Schlag nach der Ankündigung, dass der Mayr-Wirt zum Jahresende schließt (wir berichteten). Denn auch am Hofmarkplatz hatten viele Vereine ihre Heimat gefunden. Die Feuerwehr Altenerding hat bereits Konsequenzen gezogen: Die Weihnachtsfeier findet heuer erstmals beim Lindenwirt in Bergham statt. Das kündigt Vorsitzender Wolfgang Bamberg auf Anfrage an.

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