Gestapelte Geldmünzen liegen auf Geldscheinen (Symbolfoto). In Murnau soll die Zweitwohnungssteuer kräftig angehoben werden.
+
Stabile Gewerbesteuereinnahmen und darum eine gesunde Finanzlage erwartet die Gemeinde St. Wolfgang auch in der Krise (Symbolfoto). Die Gemeinde will Schulden tilgen.

Abbau um 350 000 Euro erwartet – Kämmerin rechnet mit kaum Einbußen bei Gewerbesteuer

Trotz der Krise: St. Wolfgang tilgt kräftig Schulden

„Basst!“ So lautet das Fazit von Bürgermeister Ullrich Gaigl (FW) zum Haushaltsansatz 2021. St. Wolfgang will kräftig Schulden abbauen.

St. Wolfgang – „Nicht nur immer Corona, Corona, Corona. Ich blicke optimistisch ins neue Jahr.“ So lauteten die Worte von St. Wolfgangs Bürgermeister Ullrich Gaigl (FW) zum kommunalen Haushalt 2021. Über diesen hat der Haupt- und Finanzausschuss im Gemeinderat beraten. Die Räte sind zufrieden. Wenn alles läuft wie geplant, können kräftig Schulden abgebaut werden.

Gesamtvolumen: 13,4 Millionen Euro

Im Entwurf der Kämmerin Julia Schwarzenbeck ist der Verwaltungshaushalt mit knapp neun Millionen Euro geplant, der Vermögenshaushalt mit über 4,5 Millionen Euro bei einem Gesamtvolumen von rund 13,4 Millionen Euro. Der Haushalt 2020 hatte einen Finanzumfang von knapp zehn Millionen Euro. Die Steigerung ergebe sich laut Schwarzenbeck aus dem Nachtragshaushalt 2020. Dieser war vor allem nötig geworden, weil das Personal um einen Mitarbeiter verstärkt wurde. Weiter sind Maßnahmen coronabedingt auf 2021 verschoben worden.

Wie und ob sich wichtige Einnahmen im Verwaltungshaushalt heuer verändern, müsse abgewartet werden, erklärte Schwarzenbeck. Auswirkungen der Corona-Krise auf die lokale Wirtschaft und damit auf den Gemeindeanteil der Einkommensteuer und die Gewerbesteuer könnten „nicht vorhergesagt“ werden. Die Kämmerin erwarte aber wegen der breitgefächerten Wirtschaftsstruktur in der Gemeinde zumindest keine massiven Einbrüche. Die Ansätze im Haushalt seien dennoch „vorsichtig“.

Personalkosten erhöht

Die Personalkosten wurden gegenüber 2020 (1,81 Millionen Euro) auf 1,9 Millionen Euro erhöht, weil ein IT-Fachmann eingestellt wurde. Erfreuliches gab es von den Zinsaufwendungen und Schuldenentwicklung zu berichten: „Es wird fleißig getilgt“, freute sich die Kämmerin. Damit sinken Zinsausgaben seit Jahren von 1,22 Millionen Euro im Jahr 2015 auf heuer im Ansatz auf 23 150 Euro. Das liege vor allem an ausgelaufenen Festschreibungen von Krediten, die durch Umschuldungen nun deutlich geringere Zinskonditionen haben. Der Schuldenstand wird für Ende des Jahres mit 2,65 Millionen Euro erwartet, Anfang des Jahres waren es noch 3,01 Millionen Euro.

„Basst“, so das Fazit von Bürgermeister Gaigl zum vorgelegten Haushaltsplan. Änderungswünsche aus dem Gremium gab’s kaum. Das höhere Haushaltvolumen ergebe sich auch durch höhere Grundstückskäufe. Geplant sind im Haushalt Anschaffungen von Luftfiltergeräten auch für den Kindergarten Armstorf. Investiert werden soll zudem in die Rücklagenbildung durch Bausparverträge, das sei eine sichere Sache.

Gaigl optimistisch

„Optimistisch“ sei er, so Gaigl, dass die „vorsichtig“ angesetzten zwei Millionen Euro bei der Gewerbesteuer erreicht werden können. Die größten Gewerbesteuerzahler seien zwar auch von der Corona-Krise betroffen aber nicht existenziell. Wie sich der Einkommenssteueranteil entwickle, sei noch offen. Das hänge auch davon ab, wie viele Personen wie lange Kurzarbeitergeld bekommen haben. „Wir arbeiten uns runter, dennoch gibt’s keinen Stillstand“, freute sich Gaigl zur Entwicklung der Schuldensituation der Goldachgemeinde.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare