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Immer noch bunt und vielfältig präsentiert sich die Wirtschaft im Landkreis Erding. Ein Betriebesterben ist – hier die Lange Zeile – bislang trotz zweier Lockdowns nicht zu beobachten. Im Gegenteil: Es gab zuletzt mehr Gewerbean- als -abmeldungen. 

Wirtschaft im Landkreis erweist sich in der Corona-Krise als erstaunlich robust – bis jetzt

Trotz Pandemie steigt die Zahl der Betriebe

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Das Gewerbe im Landkreis Erding erweist trotz zweier monatelanger Lockdowns als erstaunlich robust. Bislang ist es keineswegs zu dem befürchteten Betriebesterben gekommen. Im Gegenteil: 2020 wurden mehr Gewerbe an- als abgemeldet.

Erding – Das geht aus Daten der Gewerbeaufsicht am Landratsamt hervor, die unserer Zeitung vorliegen. Dort ist allerdings auch bekannt: Für viele Unternehmen ist es derzeit ein harter Kampf – und ein Ende nicht in Sicht.

„Wir bemerken im Gewerbe- und Gaststättenrecht noch keine verstärkten Auswirkungen der Corona-Pandemie“, kommentiert Landrat Martin Bayerstorfer die Zahlen. Im Vergleich zu den Vorjahren gebe es keine signifikanten Veränderungen.

Es ist kaum zu glauben, aber die Abmeldungen sind laut Kreisverwaltung im zweiten Quartal (März bis Juni) 2020 um 60 zurückgegangen. Die Zahl liegt also fast 30 Prozent unter denen der Vorjahre bis 2017. Im dritten Quartal (Juli bis September) verringerte sich diese Tendenz allerdings. Dennoch gab es, gemessen an früheren Jahren, zehn Prozent weniger Betriebsauflösungen.

Die Anmeldungen sanken im zweiten Quartal im Vergleich zu den Vorjahren zwar um acht, also 2,27 Prozent, dafür ging es im dritten Quartal steil bergauf. Die Neuanmeldungen stiegen um fast ein Viertel (24,6 %).

Netto bedeutet das: Im zweiten Quartal standen 345 An- 150 Abmeldungen gegenüber – ein positiver Saldo von 195 Unternehmen, mehr als in den Vorjahren. Von Juli bis September hat sich dieser Trend laut Gewerbeaufsicht verfestigt. Netto beträgt das Plus 208.

Bayerstorfer freut sich, „dass es auch bei den Gaststätten bisher keine außergewöhnliche Entwicklung gibt“. Zwar habe es zehn Betriebsschließungen gegeben, „das weicht allerdings nicht auffällig von den Werten der Vorjahre ab“, weiß der Landrat. In sieben Fällen habe sich ein neuer Pächter gefunden, bislang erfolglos war die Suche bei drei Gaststätten – und das trotz monatelanger Schließung. Allerdings hört Bayerstorfer von vielen Wirten die Klage, dass sich die Gäste in den Monaten der Öffnung im Sommer trotz Hygienemaßnahmen zurückgehalten hätten. Er lobt die Kreativität vieler Gastronomen, mit To-go-Angeboten über die Runden zu kommen.

Insgesamt hofft er, dass viele Gewerbetreibende die Pandemie überstehen, „wenn auch sicherlich mit erheblichen Anstrengungen und Schwierigkeiten“. Dass die Wirtschaft noch einigermaßen stabil ist, dürfte vor allem am Kurzarbeitergeld liegen.

ham

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