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An dem kaputten Winkelschleifer eines Kunden tüftelten die ehrenamtlich Engagierten des Caritas-Werkstattcafés auf dem Sinnflut-Gelände.

Werkstatt-Café der Caritas auf Sinnflut

Tüfteln und dabei Kuchen essen

Erding - Hilfe zur Selbsthilfe möchte das Werkstatt-Café der Caritas leisten. Heuer präsentierte es sich erstmals auf dem Sinnflut-Festival und wurde sehr gut angenommen.

Das Wasser im Kocher möchte einfach nicht warm werden, oder der Winkelschleifer, der eigentlich zu Renovierungsarbeiten am Eigenheim herangezogen werden sollte, gibt kein Lebenszeichen mehr von sich: Das sind nur zwei der zahlreichen kaputten Geräte, die auf der Werkbank des Reparaturcafés gelandet sind. Am letzten Sinnflut-Wochenende wurde ein Teil des Geländes zu einer kostenlosen Werkstatt umfunktioniert.

Elektro-Haushaltsgeräte, -werkzeuge, Unterhaltungselektronik, Spielzeuge und Kleinmöbel: Das Werkstatt-Team der Caritas nahm viele defekte Gegenstände in Empfang. Das Ziel der ehrenamtlichen Tüftler ist jedoch nicht ausschließlich die Reparatur des Objekts. Vor allem einen nachhaltigeren Umgang mit dem Material wollen sie bei der Kundschaft bewirken. Deshalb begleiten die Kunden die komplette Reparaturphase.

„Wir wollen die Menschen, die zu uns kommen, umfangreich informieren. Zum Beispiel darüber, wie ich beim Einkauf vorgehe. Wir erklären dann, dass man sich über die Garantie und den möglichen Kauf von Ersatzteilen informieren sollte“, sagt der technische Organisator Lothar Rimane. Mit neun ehrenamtlichen Kollegen tüftelt er jeden zweiten Samstag im Monat im Werkstatt-Café in der Mädchenrealschule Heilig Blut. Dort hat sich eine bunte Mischung aus leidenschaftlichen Bastlern zusammengefunden. „Vom Physiklehrer über den Mechatroniker bis hin zu interessierten Handwerkern haben wir alles dabei“, sagt Rimane.

Vor allem Hilfe zur Selbsthilfe möchten sie leisten. „Wir unterstützen unsere Besucher lediglich mit unseren Fähigkeiten bei der Reparatur.“ Diese Taktik habe sich bislang als sehr erfolgreich erwiesen. Rund 70 Prozent der schadhaften Gegenstände dienen heute wieder ihren Besitzern. Entsprechend groß ist die Nachfrage. „Teilweise werden uns 30 Dinge an einem Nachmittag vorbeigebracht“, sagt Rimane. Doch nicht nur mit einem kaputten Gerät ist man im Werkstatt-Café willkommen. Die Damen im Team um Christine Pösl-Rickert begrüßen auch alle Interessierten. „Das soll vor allem auch ein Integrationsprojekt der Caritas sein“, begründet Rimane das. Bei einer Tasse Kaffee und einem Stück hausgemachtem Kuchen können die Besucher ins Gespräch kommen und Kontakte knüpfen.

An den beiden Tagen waren auf dem Sinnflut-Festival konzentrierte Gesichter zu sehen, die mit Bohrmaschine, Feile und Hammer versucht haben, die defekten Geräte zu zu reparieren.

Julia Adam

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