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Wenn Reisende wie der 29-jährige Türke den Beamten den Job erleichtern und sich quasi selbst stellen, nehmen die Grenzpolizisten das gerne an.

Joberleichterung für Bundespolizei

Mann will mit gefälschtem Pass einreisen - und hat abenteuerliche Story parat

18.000 Euro hatte er für einen gefälschten Pass an einen Unbekannten bezahlt. Gekommen ist ein 29-Jähriger damit gerade einmal bis zur Bundespolizei im Erdinger Moos, weil er sich verlaufen hatte.

Erding - Bundespolizisten haben am Donnerstagabend (25. Januar) einen 29-jährigen Türken kurz nach seiner Ankunft aus Ankara aus dem Verkehr gezogen, angezeigt und am nächsten Morgen wieder in die türkische Hauptstadt zurück geschickt.

Der 29-Jährige war unterwegs von Ankara über München nach Kanada. In München hätte er als sogenannter Non-Schengen-Umsteiger (Anm.: Passagiere, die aus dem Non-Schengen-Ausland kommen und ohne Einreiseabsicht direkt ins Non-Schengen-Ausland weiterfliegen) eigentlich nur das Fluggerät wechseln, keine Grenzkontrolle durchlaufen müssen. Der junge Mann aber folgte wohl den anderen Passagieren und tauchte so bei der Einreisekontrollstelle der Bundespolizei im Satellitenterminal auf. Hier legte er den Beamten dann ganz selbstverständlich einen kanadischen Reisepass vor.

Manipuliertes Lichtbild

Danach war die Reise auch gleich beendet. Die Grenzpolizisten überprüften das Dokument und stellten fest, dass die kanadischen Behörden den Reisepass als gestohlen ausgeschrieben hatten. Bei genauerem Hinsehen entdeckten die Münchner Bundesbeamten mit geschultem Auge schließlich auch noch, dass am Lichtbild manipuliert worden war. Also nahmen sie den Möchtegern-Kanadier mit zur Wache und zeigten ihn wegen des Verdachts der Urkundenfälschung und des Versuchs der unerlaubten Einreise an.

Bei der Vernehmung konnte oder wollte der junge Mann nicht wirklich viel sagen. Er gab zwar unumwunden zu, gewusst zu haben, dass der Pass gefälscht ist, zu den weiteren Umständen offenbarte er aber die eine oder andere Erinnerungslücke. So wollte er zum Beispiel nicht wissen, von wem er das Dokument bekommen hatte. Ein Unbekannter habe ihn mit unterdrückter Rufnummer angerufen und ihm das Angebot gemacht, ihm für 18.000 Euro einen Reisepass für eine Reise nach Kanada zu besorgen. 

Der Pass sei plötzlich mit der Post gekommen

Anschließend habe er Verwandte angepumpt, den Schmuck seiner Frau versetzt und den geforderten Betrag zusammen mit einem Passbild von sich in Ankara an einen - natürlich unbekannten - Mittelsmann übergeben. Der Pass sei dann mit der Post gekommen, wie die Bundespolizei in einer Pressemitteilung berichtet. Wie sollte es anders sein, ohne Absender. Das Ticket habe er von einem Bekannten in einem Istanbuler Reisebüro, dessen Namen er überraschenderweise nicht mehr wisse, besorgen lassen.

Anschließend war es offensichtlich mit Pass und Ticket in der Tasche gen Westen gegangen, wo Bundespolizisten den 29-Jährigen jetzt im Erdinger Moos aus dem Verkehr gezogen haben.

Nach einer Nacht am Münchner Flughafen und Zahlung von 900 Euro zur Sicherung des Strafverfahrens geht es für den Türken heute Vormittag (26. Januar) mit geschmälerter Reisekasse, dafür aber einer Anzeige im Gepäck zurück in die türkische Hauptstadt.

mm/tz

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