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Einen Strafzettel hat Gottfried Sperr bekommen, weil sein VW Polo mit abgelaufenem TÜV an der Moosinninger Straße stand. Das ärgert den Erdinger.

Autohändler kritisiert städisches Ordnungsamt

TÜV abgelaufen: Ärger über Strafzettel in Erding

  • Gabi Zierz
    vonGabi Zierz
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Vier Monate war der TÜV beim Auto eines Erdingers abgelaufen. Er beruft sich auf die verlängerte Kulanz-Frist in der Corona-Krise, die Stadt sieht das anders. 

Erding – Seit vier Monaten war der TÜV beim VW Polo von Gottfried Sperr abgelaufen, als der Wagen im Mai kontrolliert wurde. Eine anstehende Reparatur und der Corona-Lockdown seien die Gründe für die Verspätung gewesen, erklärt der Erdinger. Er wähnte sich sicher, hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer doch Ende März eine Verlängerung der TÜV-Frist aus Gründen der Pandemie verkündet. Das Ordnungsamt der Stadt sah dies anders. Die Mitarbeiter stellten für den Polo, geparkt an der Moosinninger Straße, einen Strafzettel über 15 Euro aus. Das ärgert Sperr.

Zu Fuß, per Rad und neuerdings mit drei Fahrzeugen würde das Ordnungsamt auf Knöllchenjagd gehen und sogar Seitenstraßen bis einschließlich Pretzen kontrollieren, sagt Sperr. Dabei werde nicht nur geprüft, ob die Parkuhr oder der Parkschein überzogen worden seien, sondern auch, ob die Hauptuntersuchung über der Toleranz abgelaufen sei.

Der Erdinger betreibt an der Moosinninger Straße seit zehn Jahren einen Gebrauchtwagenhandel. Er erzählt: „Der TÜV bei meinem Polo war im März geplant, denn es stand auch der Austausch der Windschutzscheibe an.“ Das mache man nicht in den Wintermonaten. Dann sei Corona dazwischen gekommen.

Der Unternehmer hatte sich nach der ministeriellen Ankündigung beim ADAC über die TÜV-Kulanz erkundigt. Dort habe er die Auskunft erhalten, „die Kommunen seien angewiesen worden, sich daran zu halten“. Im Erdinger Rathaus sah man das anders. Von dort erhielt Sperr die Antwort, es handle sich hierbei um eine Empfehlung des Ministers, die keine Verpflichtung für die Kommunen darstelle.

Stadtsprecher Christian Wanninger bekräftigt auf Nachfrage unserer Zeitung, Scheuers Ankündigung sei eine dringende Empfehlung gewesen, aber „rechtlich nicht verbindlich“. Der Knackpunkt aus städtischer Sicht: Die Kulanz galt nur für Fälle, bei denen die TÜV-Frist erst im März ausgelaufen wäre, „nicht schon im Januar“, so Wanninger. Denn der Lockdown habe erst Mitte März begonnen. Der Streit ist mittlerweile beigelegt. Sperr hat den Strafzettel bezahlt. 

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