Aktuelle Kartierung 

Über 1000 Biotope im Landkreis

Erding – Platz für Pracht-Nelke und Lungen-Enzian: Die Niedermoore im Erdinger Moos sind von besonderer Bedeutung für konkurrenzschwache Pflanzenarten.

Naturnahe Hecken, Röhrichtbestände, nährstoffarme Magerrasen, Niedermoore oder Pfeifengraswiesen – die Lebensräume für Tiere und Pflanzen im Landkreis Erding sind vielgestaltig. Vor allem die Streuwiesen- und Niedermoorreste im Erdinger Moos sind von hoher Bedeutung für viele gefährdete Arten. Das belegen die Ergebnisse der jüngsten Biotopkartierung des Landesamtes für Umwelt (LfU), wie die Behörde in einer Pressemitteilung meldet.

Von 2013 bis 2015 haben Experten des LfU in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Erding zum zweiten Mal die Naturschätze im Landkreis kartiert. Das Ergebnis: Auf 3,1 Prozent der Landkreisfläche wurden über 1000 Biotope mit einer Gesamtfläche von rund 2700 Hektar erfasst. Mit den Ergebnissen erhalten Naturschutzbehörden, Planungsbüros und Wissenschaftler eine wichtige Arbeitsgrundlage, zum Beispiel für die Erstellung von Landschafts- und Grünordnungsplänen oder im Vertragsnaturschutz. „Die Artenvielfalt in Bayern ist ein einmaliges ökologisches Kapital“, erklärt dazu Umwelministerin Ulrike Scharf.

In den nährstoffarmen, grundwassergeprägten Moorflächen, etwa im Viehlaßmoos südlich von Gaden, finden konkurrenzschwache Pflanzenarten wie der Kantige Lauch, die Pracht-Nelke oder der Lungen-Enzian letzte Rückzugsräume in einer von intensiver Nutzung geprägten Landschaft. Magerrasen auf den trockenen Schotterbänken entlang der Isar bieten weiteren gefährdeten Arten eine Heimat wie beispielsweise der Fliegen-Ragwurz oder dem Deutschen Backenklee, der dort sein beinahe einziges Vorkommen in Bayern hat.

Auch außerhalb des Erdinger Mooses belegt die Biotopkartierung wertvolle Lebensräume im Landkreis, viele davon entlang der Bachtäler wie Strogn, Sempt, Schwillach oder Isen. Die erste Bestandsaufnahme liegt bereits 25 Jahre zurück. Das Bayerische Umweltministerium stellte rund 125 000 Euro für die Natur-Inventur außerhalb der Wälder zur Verfügung. Die Geländearbeiten wurden von einem Fachbüro aus Landsberg am Lech durchgeführt.

Im Rahmen einer Nacherfassung beabsichtigt das LfU im Laufe des Jahres die Kartierung bislang nicht untersuchter Flächen in Oberding, Eitting und Berglern. Das LfU bittet, auch diese Arbeiten zu unterstützen und den Kartierern Zutritt zu den Grundstücken zu gewähren. Die Ergebnisse der Nacherfassung können voraussichtlich im Frühsommer 2017 veröffentlicht werden.  red

Weitere Informationen

http://fisnat.bayern.de/finweb oder http://www.lfu.bayern.de/natur/biotopkartierung_daten/ index.htm. Als Ansprechpartner steht auch die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Erding zur Verfügung.

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