+
Die Ehrenamtskarte wird nun auch im Landkreis Erding eingeführt.

Über 4000 Vergünstigungen

Ehrenamtskarte ist beschlossene Sache

  • schließen

Einstimmig hat der Kreisausschuss die Einführung der Ehrenamtskarte beschlossen. Wer sich unentgeltlich engagiert, kann bald aus über 4000 Angeboten auswählen. 2011 war ein erster Versuch gescheitert.

Erding - Als einer der letzten Landkreise in Bayern führt Erding die Ehrenamtskarte ein. Der Beschluss des Kreisausschusses fiel einstimmig aus. Anträge hatten CSU, ÖDP und Grüne gestellt. Er wird den Kreisräten auch deshalb leicht gefallen sein, weil er mit sehr überschaubaren Kosten verbunden ist.

Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) erklärte, die Organisation laufe über das bereits in seinem Haus angesiedelte Koordinierungszentrum für bürgerschaftliches Engagement, „Ehrenamtlich aktiv“. „Es entstehen keine gesonderten Personalkosten.“ Die Verwaltungskosten in Höhe von rund 150 Euro pro Jahr fielen nicht ins Gewicht. Und: Für Karten, Drucker und Werbematerial kommt der Freistaat auf.

Dieser Hinweis war Bayerstorfer wichtig, denn im ersten Anlauf – die bayerische Ehrenamtskarte gibt es seit November 2011 – war in eben diesem Jahr daran gescheitert, dass die Politik dafür keine gesonderte Stelle schaffen wollte. Bayerstorfer fügte an, dass der Ausweis seither deutlich an Attraktivität zugelegt habe. So gebe es nicht mehr nur Rabatte und Vergünstigungen bei öffentlichen Einrichtungen, sondern auch seitens der Wirtschaft. „Es gibt bereits über 4000 Partner.“

Die Ehrenamtskarte steht allen zu, die im Schnitt fünf Stunden oder mehr pro Woche unentgeltlich tätig sind. Für Projektarbeiten sind jährlich mindestens 250 Stunden über die Dauer von zwei Jahren oder mehr ab einem Alter von 16 Jahren nachzuweisen.

Inhaber der Jugendleitercard („Juleica“), aktive Feuerwehrleute mit abgeschlossener Truppmannausbildung sowie Einsatzkräfte aus dem Rettungsdienst und dem Katastrophenschutz sind ebenfalls berechtigt. Für besonders verdiente Ehrenamtliche gibt es die Ausführung in Gold.

CSU-Fraktionschef Thomas Bauer freute sich, „dass wir Ehrenamtlichen endlich etwas bieten können“. Stephan Treffer (ÖDP) sprach von einem „Erfolgsmodell“.

Helga Stieglmeier (Grüne) erhielt die Zusicherung, dass auch Ehrenamtliche ohne Dachverband, etwa Asylhelfer, zum Zuge kommen. Gertrud Eichinger (SPD) sprach von einem „Imagegewinn“, ihre Fraktionskollegin Ulla Dieckmann appellierte dafür, die Karte so bekannt wie möglich zu machen. Josef Sterr (CSU) sprang ihr bei und verwies auf die Infoblätter der Gemeinden und des Landkreises.

Hans Wiesmaier (CSU) bat um eine möglichst einfache Organisation und Abwicklung, damit aus der guten Sache kein Bürokratiemonster werde.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Das Nadelöhr im Norden ist wieder frei
Ein halbes Jahr lang war die Brückenbaustelle bei Berglern für Anwohner und Pendler ein lästiges Hindernis. Am Montag wurde die Brücke wieder freigegeben.
Das Nadelöhr im Norden ist wieder frei
Krankenschwester macht schrecklichen Fund: Mann treibt leblos im Isarkanal
Im Mittleren Isarkanal ist am Montag ein Mann ertrunken. Er konnte zwar noch mit Lebenszeichen aus dem eiskalten Wasser gezogen werden, wenig später verstarb er jedoch …
Krankenschwester macht schrecklichen Fund: Mann treibt leblos im Isarkanal
18-Jährige von Müll-Lkw getötet: „Hergang rätselhaft“ - aber Polizei schließt zwei Theorien aus
Warum vor einer Woche eine 18 Jahre junge Frau in Erding von einem Mülllaster überfahren und getötet worden ist, kann die Polizei immer noch nicht erklären. „Der Hergang …
18-Jährige von Müll-Lkw getötet: „Hergang rätselhaft“ - aber Polizei schließt zwei Theorien aus
Verleger Dirk Ippen spendet für Licht in die Herzen
Die Kette der helfenden Hände wird immer länger. Auch Merkur-Verleger Dr. Dirk Ippen will bedürftigen Menschen aus dem Erdinger Land helfen. 
Verleger Dirk Ippen spendet für Licht in die Herzen

Kommentare