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Ulrike Scharf feiert an diesem Samstag 50. Geburtstag.

Die Umweltministerin im Gespräch - und ganz privat

Ulrike Scharf wird 50 - das große Geburtstags-Interview

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Umweltministerin Ulrike Scharf wird an diesem Samstag 50 – während des mit Spannung erwarteten CSU-Parteitags. Im großen Interview zum runden Geburtstag haben wir mit der Landtagsabgeordneten über Politik gesprochen. Aber auch über viel ganz private Dinge.

-Frau Scharf, herzlichen Glückwunsch. Wie werden Sie Ihren 50. Geburtstag feiern?

Ulrike Scharf: Vielen Dank! Der runde Geburtstag wird eine runde Sache: Samstagabend feiere ich privat im engsten Familien- und Freundeskreis. Am Sonntag habe ich zu einem Stehempfang eingeladen.

-An diesem Wochenende findet auch der Parteitag statt. Wie bringen Sie beides unter einen Hut?

Scharf: Das geht ganz gut. Der für uns sehr wichtige Parteitag in Nürnberg wird bis Mittag dauern. Dort werde ich bestimmt schon Gelegenheit haben, mit dem einen oder anderen Kollegen anzustoßen.

-Sie sind jetzt im vierten Jahr Ministerin – die spannendste Zeit Ihres Lebens?

Scharf: Ganz klar, ja. Eine äußerst spannende und unglaublich interessante Zeit.

- Was waren die schönsten Momente in Ihrer Zeit als Ministerin?

Scharf: Es gab natürlich zahlreiche schöne und unvergessliche Momente - wie zum Beispiel die Entscheidung des Kabinetts, sich auf die Suche nach dem Standort für einen dritten Nationalpark zu machen oder die Termine im Schneefernerhaus auf der Zugspitze. Auch die Weltklimakonferenz in Paris war ein absolutes Highlight.

-Was war am ernüchterndsten?

Scharf: Ernüchternd ist, dass es auch in unserer High-Tech-Zeit gegen manche Naturgewalten keine hundertprozentige Sicherheit gibt. Denken Sie nur an das katastrophale Hochwasser in Simbach, bei dem es mehrere Tote, Verletzte und massive Schäden gab.

-Sie sind Politikerin, Sie waren Unternehmerin – was sind die größten Unterschiede?

Scharf: Verantwortung muss man natürlich in beiden Bereichen übernehmen. Aber die Entscheidungsprozesse dauern in der Politik bedeutend länger. Als Umweltministerin habe ich die Verantwortung für unsere natürlichen Lebensgrundlagen: Wasser, Luft und Boden. Meine vorrangige Aufgabe ist es, unsere Natur nachhaltig zu schützen und für die Lebensqualität in Bayern zu arbeiten.

- Und auf einmal ist alles anders: Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie vom plötzlichen Tode Ewald Schurers erfuhren…?

Scharf: Sowas macht einen natürlich sprachlos. Ich konnte es zuerst gar nicht fassen. Ich erinnere mich gerne an ihn als einen Menschen, der stets ein offenes Ohr für seine Mitmenschen hatte und ein sehr hohes Verantwortungsgefühl gegenüber seiner Aufgabe als Bundestagsabgeordneter.

-Ruiniert das politische Geschäft die Gesundheit?

Scharf: Jede berufliche Herausforderung verlangt natürlich einen Ausgleich. Ich gehe gerne zum Laufen oder zum Wandern in die Berge, um den Kopf frei zu bekommen, mich fit und gesund zu halten.

-Ihr Lebensgefährte ist in Südtirol zu Hause – für Sie ein Rückzugsort?

Scharf: Ja, unbedingt. Hier kann ich entspannen und Kraft tanken, um wieder mit 100 Prozent in den Alltag zu starten. Das tut mir sehr gut.

-Wie ist Ihr Verhältnis zum künftigen Ministerpräsident Markus Söder?

Scharf: Wir kennen uns über 20 Jahre und arbeiten im Kabinett gut zusammen.

-Haben Sie mit ihm schon über Ihre politische Zukunft gesprochen?

Scharf: Jetzt gibt es erst einmal wichtigere Aufgaben, als über politische Ämter zu sprechen. Wir haben einen klaren Weg für eine erfolgreiche Zukunft der CSU. Und den gehen wir als Partei geschlossen. Als Ministerin will ich dazu auch in Zukunft meinen Beitrag leisten.

-Hat Horst Seehofer mit der Ämterteilung richtig gehandelt? Soll er Parteichef bleiben?

Scharf: Es geht jetzt um die Zukunft Bayerns und Deutschland. Ich finde, dass er unbedingt Parteichef bleiben soll. Wir brauchen eine starke Persönlichkeit wie ihn bei den Verhandlungen in Berlin. Seine jahrzehntelange Erfahrung – insbesondere in Berlin – ist unverzichtbar für uns.

-In welchem Zustand befindet sich die CSU derzeit?

Scharf: Eine stetige Erneuerung zeichnet uns in der CSU aus. Solche Prozesse sind oft unbequem, aber notwendig. Wichtig ist, nach vorne zu blicken, das Wohl der Menschen und des Landes als oberste Ziel zu verfolgen.

-Ein Vierteljahr nach der Bundestagswahl hat Deutschland immer noch keine Regierung – ist das nicht ein Armutszeugnis?

Scharf: Wir hätten uns natürlich auch gewünscht, dass wir rasch nach der Wahl eine ordentliche Regierung in Berlin haben. Aber leider hat die FDP die Gespräche verlassen. Jetzt muss sich zeigen, wie die Verhandlungen mit der SPD laufen werden.

-Welches Bündnis im Bund wäre Ihnen am liebsten?

Scharf: Mir geht es darum, dass die zukünftige Regierung klare Entscheidungen für unser Land und unsere Bürgerinnen und Bürger trifft. Maßstäbe für ein künftiges Bündnis müssen unbedingt wirtschaftlicher Wohlstand, sozialer Frieden, starke Bildung, solide Finanzen und die innere Sicherheit sein.

-Bitte antworten Sie in einem Satz. Ihr Lieblingsplatz?

Scharf: Ein kleines Bankerl auf meiner Laufstrecke in Maria Thalheim.

-Welches Buch lesen Sie gerade?

Scharf: „Natur Natur sein lassen“ von Hans Bibelriether. Es handelt von der Geschichte des ersten Nationalparks Deutschlands, dem Nationalpark Bayerischer Wald.

-Was tun Sie, wenn Ihnen mal ein richtig dicker Fehler unterlaufen ist?

Scharf: Dazu stehen und alles tun, damit kein Schaden für andere Personen entsteht.

- Wer ist Ihr Vorbild?

Scharf: Menschen mit Tugenden wie Verlässlichkeit, Mut, Ehrlichkeit, Humor, Nächstenliebe und starkem Glauben.

-Welchen Rat würden Sie einem jungen Menschen geben?

Scharf: Jeder soll seinen Weg gehen, neugierig und offen für persönliche Entwicklung sein. Wichtig ist, das zu finden, was einen erfüllt. Ach ja, und natürlich unbedingt zum Wählen gehen (lacht).

-Wovor haben Sie Angst?

Scharf: Vor schweren Krankheiten.

-Was macht Ihnen richtig Freude?

Scharf: Familie, Freunde, Fußball und Pralinen.

-Wie sieht bei Ihnen ein Traumwochenende aus?

Scharf: Sonnenschein, Berge, Wandern, gutes Essen, ein gutes Buch und Ausschlafen.

-Was soll man später einmal über Sie sagen?

Scharf: Dass ich mit vollem Einsatz für Bayern, für seine Menschen und die Lebensqualität im Freistaat erfolgreich unterwegs war.

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