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Der schlimmste Unfall 2016: Auf der A 9 sterben am 25. Mai zwei Buben (8 und 9) aus Erding. 

Unfallbilanz 2016 

Zahl der Verkehrstoten mehr als verdoppelt

Erding – 14 Menschen sind im zu Ende gegangenen Jahres auf den Straßen des Landkreises tödlich verunglückt, drei Erdinger starben bei Unfällen außerhalb des Kreises. 17 Tote – das entspricht einer Steigerung im Vergleich zu 2015 um mehr als 100 Prozent.

3280 Menschen sind voriges Jahr ersten amtlichen Statistiken zufolge bundesweit bei Unfällen ums Leben gekommen – ein Rückgang um 5,2 Prozent. In Bayern ist die Zahl der Verkehrstoten um drei auf 531 gestiegen. Der Landkreis Erding liegt nicht nur im bayerischen Trend, er verschärft ihn sogar.

Denn die Zahl der Menschen, die hier bei Verkehrsunfällen zu Tode kamen beziehungsweise Landkreisbürger, die andernorts tödlich verunglückt sind, ist um über 100 Prozent gestiegen. 2015 waren acht Verkehrstote zu beklagen, im Jahr darauf 17. 14 der tödlichen Kollisionen ereigneten sich im Kreis Erding. Dies ergibt eine eigene Statistik, die der Erdinger/Dorfener Anzeigerseit vielen Jahren führt.

2016 begann blutig: Iin den ersten drei Monaten starben sechs Menschen, darunter drei innerhalb von zehn Tagen. Am 28. Januar fährt in der Rosenau ein Freisinger (47) gegen einen Baum und ist auf der Stelle tot. Am 30. Januar biegt ein Fahrzeug am Autobahnende der A 94 bei Pastetten direkt vor einem Flüchtlingsbus ab. Die Beifahrerin (52) wird getötet. Am 5. Februar ist ein Isener (24) auf dem Heimweg. Zwischen Pastetten und Markt Schwaben prallt sein Wagen gegen einen Baum. Nur vier Tage später passiert unweit dieser Unfallstelle ein weiterer tödlicher Crash. Bei einem Wildwechsel wird ein Reh in die Luft geschleudert. Es landet im Wagen einer 56-Jährigen auf der Gegenfahrbahn.

Nur vier Tage auseinander liegen die nächsten beiden tödlichen Zusammenstöße: Am 1. März kommt auf der schneeglatten B 15 zwischen Taufkirchen und Dorfen ein Lastwagen auf die Gegenfahrbahn. Ein Dorfener (67) kann nicht mehr ausweichen und stirbt noch im Wrack. Ähnlich verläuft eine Kollision am 5. März auf der St. 2331 bei Hörlkofen. Eine 41-jährige Wasserburgerin wird nach einem Frontalzusammenstoß tödlich verletzt.

Den mit Abstand tragischsten Unfall verursacht am 25. Mai ein rücksichtsloser Raser auf der A 9 Nürnberg–München. Eine Erdinger Familie mit vier Kindern fährt zum Ende der Pfingstferien in Richtung Heimat. Ein Münchner BMW-Fahrer verliert bei hohem Tempo die Kontrolle über seinen Boliden. Der schießt den Van der Familie regelrecht ab. Die beiden Söhne, acht und neun Jahre alt, werden durch die Seitenscheibe geschleudert und sterben. Eltern und Schwestern (9 und 12) werden teils schwerst verletzt.

Viel zu früh sterben auch drei junge Männer: Am 10. September ist bei Maitenbeth eine Gruppe junger Motorradfahrer unterwegs. Ein 17-jähriger Erdinger schert aus und prallt gegen einen Baumstumpf. Am frühen Morgen des 27. September ist ein 17-Jähriger mit seinem Motorrad auf der Flughafentangente von Wörth in Richtung Erding unterwegs. Im dichten Nebel überholt ein Landshuter. Der Jugendliche hat nicht den Hauch einer Chance. Das trifft auch auf einen 16-Jährigen zu, der am 14. Oktober in Hörgersdorf auf seinem Motorrad von einer abbiegenden Autofahrerin übersehen wird. Auch er stirbt noch an der Unfallstelle.

Auf den Autobahnen rund um den Landkreis ereignen sich zwei tödliche Kollisionen. Ein Landshuter fährt am 14. April auf der A 92 in Richtung Deggendorf. Kurz nach der Anschlussstelle Erding überholt er. Sein Mazda kommt in der Folge von der Fahrbahn ab. Der Fahrer ist nicht angeschnallt und wird aus seinem Auto geschleudert. Am 6. Mai verlässt ein Erdinger mit hohem Tempo bei Feldkirchen-Ost die A 94. Sein Motorrad kracht in die Leitplanke, der 25-Jährige kommt ums Leben.

Mysteriös sind die Umstände des letzten Verkehrstoten, der 2016 zu beklagen ist: Am 19. Dezember läuft ein Münchner bei Moosinning auf der Flughafentangente herum. Der Fahrer eines VW Polo erkennt den 35-Jährigen zu spät und erfasst ihn.

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