Unverschämter Mieter kassiert Geldstrafe

Südlicher Landkreis - Das Ende eines Mietverhältnisses hatte ein Nachspiel vor Gericht.

Zuerst schien bei der Schlüsselübergabe einer Pizzeria im südlichen Landkreis im Februar noch alles glatt zu gehen. Die Zählerstände wurden abgelesen und notiert, und die Schlüssel vom Pächter an den Verpächter überreicht. Strittig wurde die Situation dann bei der Übergabe der Räume. Dabei soll der Ex-Mieter verbal ausgerastet sein. Das brachte ihn vor das Amtsgericht. Richterin Yvonne Folk verurteilte den 31-Jährigen wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe in Höhe von 900 Euro.

„Ich habe die Räume geputzt, gestrichen und besenrein übergeben“, versicherte der Angeklagte. Doch das reichte seinem Ex-Vermieter nicht. „Da war ich ein bisschen sauer. Ihr könnt’ mich am Arsch lecken habe ich gesagt, die anderen Sachen nicht“, sagte er. Beschimpft haben soll er seinen früheren Vermieter sowie dessen Bekannten, einen Hausverwalter, der extra zur Übergabe mitgekommen war.

„Zuerst ist auch alles ganz normal gelaufen. Aber dann gab es Unstimmigkeiten wegen des Zustands der Räume“, berichtete der Vermieter vor Gericht. Der Angeklagte habe ihm gedroht und später die Protokolle aufs Autodach geschmissen. Knapp drei Monate nach dem Vorfall erstattete er Anzeige. „Warum erst so spät?“, wollte Folk wissen. „Weil ich Angst hatte“, begründete der 47-Jährige den Schritt. Ein befreundeter Psychologe riet ihm dazu, um den Vorfall zu verarbeiten. Verspätete Rachegelüste verneinte er. Hier hatte die Rechtsanwältin des Angeklagten nachgehakt.

„Massive Beleidigungen“ bestätigte auch der Hausverwalter. „Er war halt sauber in Fahrt. Streitpunkt war die Kaution in Höhe von 1500 Euro, die er nicht mehr erhalten hätte. Denn in den Räumen herrschte ein großer Instandhaltungsbdarf. Und die Kaution hätte gerade so gereicht“, erklärte der Hausverwalter, der auf eine Anzeige verzichtet hatte. „Wissen Sie, Frau Richterin, das ist in meinem Beruf ganz normal. Das bin ich gewohnt“, so seine Erklärung.

Gelohnt hat sich für den Angeklagten übrigens auch der Einspruch gegen den Strafbefehl. Denn laut dem Schreiben hätte er 1800 Euro bezahlen müssen. Da er anstatt früher drei Geschäften nur noch einen Betrieb führt und sinkendes Einkommen nachwies, setzte Folk die Strafe herab.

vam

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