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Verbesserungsfähig ist die Rolle der Frau im Alltag nach wie vor. Darüber waren sich die Teilnehmer an den vier Diskussionstischen zu den Themen Politik, Wirtschaft,Gesellschaft und Familie einig.

Weltfrauentag

Unterrepräsentiert und oft unterschätzt

Erding – Die Chancengleichheit von Frauen und Männern lag den Besuchern der VHS-Veranstaltung zum Weltfrauentag besonders am Herzen. Unter dem Motto „Frauen bewegen viel – in Politik, Wirtschaft, Familie, Gesellschaft“ hatten sich vier Diskussionstische gebildet, an denen über die Rolle der Frau in den einzelnen Bereichen gesprochen wurde. Rund 40 Personen, darunter mit Erdings Vize-Bürgermeister Ludwig Kirmair und Kreisheimatpfleger Hartwig Sattelmair zwei Männer, hatten sich am Erfahrungsaustausch beteiligt.

Gertrud Scheffelmann, Leiterin der Volkshochschule, und das Organisationsteam um Roswitha Bendl, Ulla Dieckmann, Elisabeth Rumpfinger und Anja Weber hatten sich vorab auf die Suche nach so genannten Botschafterinnen für die Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Familie gemacht. „Wir haben gezielt Frauen gesucht, die sich in den Bereichen besonders engagieren“, sagte Scheffelmann. So waren beispielsweise die CSU-Stadträtinnen Janine Krzizok und Stefanie Hagl Ansprechpartnerinnen zum Thema Politik. Claudia Beil, Elisabeth Rumpfinger und Christine Deischl (alle Unternehmerfrauen im Handwerk) stellten sich den Diskussionen am Wirtschaftstisch. Außerdem dabei: Sandra Schumertl (FF Hörlkofen), Maria Brand (AGA), Petra Bauernfeind (Nachbarschaftshilfe), Janine Cappai und Petra Hadersbeck (beide Mütterzentrum Erding), Monika Wenger (Gemeinderätin in Wörth) und Marietta Wolf (Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises).

Die Besucherinnen konnten an zwei Gesprächsrunden ihrer Wahl teilnehmen undErfahrungen austauschen. Anschließend wurden die Ergebnisse präsentiert. So stellte die Wirschaftsgruppe unter anderem festgestellt, dass Frauen zwischen 25 und 35 Jahren lediglich befristete Arbeitsverträge erhalten. „Das liegt daran, dass kein Arbeitgeber das Risiko einer Schwangerschaft eingehen will, aber viele haben ja vielleicht gar nicht vor, überhaupt schwanger zu werden“, bedauerte Rumpfinger: „Das glaubt ihnen nur niemand.“

Auch zur Politik hatten die Botschafterinnen ein klares Fazit: Zu wenige Frauen lassen sich zur Wahl aufstellen. „Es ist Fakt, dass in den meisten politischen Gremien Frauen so gut wie gar nicht vertreten sind. Aber das liegt vorrangig daran, dass viel zu wenige kandidieren“, erklärte Dieckmann, 2. Bürgermeisterin in Wörth. „Außerdem müssen wir Frauen dann auch unser Geschlecht wählen und unterstützen.“

Eine Botschaft ging an alle Frauen: Sie müssten mehr Eigeninitiative zeigen und selbstbewusster durch den Alltag gehen. „Frauen neigen leider dazu, sich zu unterschätzen. Das Problem haben die Männer nicht. Wir müssen uns selbst sagen: ,Ich schaffe das‘“, so Dieckmann.

Julia Adam

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