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Hilfreiche Tipps in Theorie und Praxis gab es im Kurs für pflegende Angehörige.

Kurs für pflegende Angehörige 

Unterstützung für starke Frauen

Erding - Viele Bürger im Landkreis, vor allem Frauen, pflegen ihre Angehörigen zuhause. Eine Mammutaufgabe, für die es vielfältige Hilfe gibt.

Wenn Angehörige chronisch krank oder gebrechlich sind und zuhause betreut werden, haben die Pflegenden viel zu leisten. Sie tragen eine hohe Verantwortung, sind nicht selten rund um die Uhr im Einsatz.

Wissensvermittlung, praxisnahe Übungen, rückengerechtes Arbeiten, alltagstaugliche Tipps, wichtige Entlastungsstrategien und lockerer Erfahrungsaustausch – all das war im Kurs für pflegende Angehörige im Erdinger Klinikum inbegriffen. Er umfasste fünf Nachmittage à sechs Unterrichtseinheiten und fand in Kooperation mit der AOK statt. Die Schulung gestalteten die Pflegewirtin Sybille Müller (Leitung zentrale Praxisanleitung) sowie die erfahrenen Krankenschwestern Mandy Afeltowicz, Elisabeth Schraufstetter und Ina Ludwig.

Die Teilnehmerinnen hatten unterschiedliche Beweggründe, weshalb sie sich für den Kurs entschieden. Für einige von ihnen ging es darum, nicht unvorbereitet in die Pflegesituation zu geraten, deren Notwendigkeit sich mehr und mehr abzeichnet. Andere pflegen ihre Angehörigen schon über einen längeren Zeitraum. Die älteste Teilnehmerin war 76 Jahre alt. Sie betreut ihre 95-jährige Mutter und ihren 79-jährigen Ehemann. „Ich bin nicht zu alt dazu“, sagte die vitale Frau. Ihre Schilderung machte jedoch auch deutlich, dass für sie selbst sehr wenig freie Zeit bleibt.

Die jüngste Kursteilnehmerin (25) war mit ihrer Mutter gekommen. „Meine Oma ist seit Februar ein Pflegefall. Ich möchte mich um sie kümmern und meine Mama entlasten“, erzählte die junge Frau. Eine andere Teilnehmerin berichtete, dass ihr Mann an Demenz und Parkinson erkrankt sei. Sie habe gelernt, mit ihm auf der Gefühlsebene zu kommunizieren und mit schwierigen Gefühlen umzugehen. Überhaupt war Demenz ein großes Thema.

Eine weitere Dame sagte, dass sie vor 21 Jahren schon einmal einen solchen Kurs besucht habe. Damals habe sie ihre Schwiegermutter gepflegt. Jetzt gehe es ihr um eine Auffrischung. Sie habe im Vergleich einen „Riesenunterschied“ festgestellt. Der Kurs sei jetzt viel ausführlicher und informativer.

Im Demo-Raum übten die Frauen mit Anschauungspuppe Erika, die schon „sehr krank ist“, wie eine Kursteilnehmerin mit Blick auf den ramponierten Zustand der Puppe augenzwinkernd meinte. „Da hilft die beste Pflege nichts mehr“, sagte sie. Also stellten sich spontan zwei Frauen als lebende Puppen zur Verfügung.

Es gab hilfreiche Informationen zu den richtigen Hausmitteln und Salben, zu den Schmerzmittelgruppen sowie zu Hilfsmitteln, die von der Krankenkasse übernommen werden. Auch die Möglichkeit, einen Pflegedienst in die Betreuung einzubeziehen, um sich selbst nicht zu überlasten, erläuterten die Dozentinnen anschaulich. Die Frauen waren von ihnen und der vertrauensvollen Atmosphäre begeistert und wünschen sich dringend einen Auffrischungskurs. Es sei wirklich eine „besondere Gruppe“ gewesen, freute sich auch Sybille Müller. (Vroni Vogel)

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