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In den Ruhestand verabschiedete Zweckverbandsvorsitzender Hans Peis (r.) VHS-Geschäftsführerin Gertrud Scheffelmann (M.). Ihr Nacholger ist Claus Lüdenbach (l.).

Verabschiedung Gertrud Scheffelmann

„Wir verbeugen uns vor der Lebensleistung“

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VHS-Geschäftsführerin Gertrud Scheffelmann geht in den Ruhestand. Vorsitzender Hans Peis würdigte ihre Arbeit.

Erding – Für Gertrud Scheffelmann war die Arbeit „mit und für Menschen am schönsten“. Seit 1. September 1983 übte die Erdingerin diese bei der Volkshochschule (VHS) Erding aus. Nach über 33 Jahren, davon elf Jahre als VHS-Geschäftsführerin, geht dieses Kapitel jetzt zu Ende.

Mit einem Abschiedsfest wurde die 63-Jährige in den Ruhestand verabschiedet. Zur VHS war die studierte Gymnasiallehrerin Gertrud Scheffelmann durch einen Zufall gekommen. Ihr Vater hatte ihr am Telefon erzählt, dass die VHS eine Lehrgangsleiterin für jugendliche Schulabgänger ohne Lehrstelle suche. Das war im Sommer 1983 und die damals 30-Jährige gerade auf Rucksacktour durch Skandinavien unterwegs. Scheffelmann bewarb sich, und der damalige Kultusminister Hans Zehetmair stellte sie zum 1. September 1983 ein. Mit Dirndl und Kniestrümpfen war sie an ihrem ersten Arbeitstag erschienen. Jahre später gab es noch Schmunzler über diese Kleiderwahl.

Auch Anekdoten durften zum Abschied nicht fehlen. So gab Scheffelmann in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt Kurse. Da es im VHS-Haus in Altenerding zu kalt war, wechselte die Gruppe ins Gasthaus Wiedl. Als die Behörde einmal einen unangekündigten Besuch machte und die Teilnehmer statt im VHS-Gebäude im Wirtshaus fand, war es mit dieser Lokalität vorbei. Asyl fanden sie in der evangelischen Auferstehungskirche.

Seit 1986 war die Erdingerin hauptamtlich pädagogische Mitarbeiterin, engagierte sich in den Bereichen Gesellschaft und Beruf und später auch in der EDV. Sie gründete den VHS-Seniorenclub und rief das Studium Generale 2008 ins Leben. Am 17. Oktober 2005 wurde Scheffelmann Geschäftsführerin und trat die Nachfolge von Lothar Fröhlich an. „Sie ist die Person, die die VHS in- und auswendig kennt“, meinte VHS-Zweckverbandsvorsitzender Hans Peis.

Als Geschäftsführerin hatte sie zu Beginn eine harte Zeit. Wegen der niedrigen Arbeitslosenquote waren kaum mehr Kurse für Arbeitslose notwendig, Einnahmen brachen weg. Hinzu kam die Belastung durch den Neubau an der Lethner Straße. Eine Zeitlang konnten die Kurshonorare nicht mehr bezahlt werden.

Mittlerweile steht die VHS bestens da, und Scheffelmann kann das Zepter zum 1. März beruhigt an ihren Nachfolger Claus Lüdenbach übergeben. Getreu dem Motto „Alte Besen kehren gut. Neue Besen kehren besser“ überreichte sie ihm einen Reisigbesen.

Die Erdingerin genießt es jetzt, auszuschlafen „und nicht alles auf einmal machen zu müssen“. Sie möchte ihre Sprachkenntnisse vertiefen, den Jakobsweg vollenden und später VHS-Kurse besuche. „Wir verbeugen uns vor deiner Lebensleistung, liebe Gertrud“, sagte Peis.

Für Unterhaltung sorgten auch das Bläserensemble der Kreismusikschule Erding und Eleni Lehner mit einer Umdichtung des Italo-Klassikers „Volare“. Verabschiedet wurden zudem Astrid Martin und Ulrike Schober-Flinsch, die beide im Fachbereich Deutsch als zweite Fremdsprache tätig waren und nun neue berufliche Herausforderungen suchen.

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