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Es ist aus: Rechtsanwalt Herbert Kreglinger (r.) gab bekannt, dass das fehlende Geld nicht eingetrieben werde.

Vereinsauflösung

AMC Erding stellt den Motor ab

Der Automobilmotorclub Erding ist bald Geschichte. Der letzte Rettungsversuch ist gescheitert.

Dass die letzte Mitgliederversammlung des Automobil- und Motorsportclubs Erding (AMC) ausgerechnet beim Mayr-Wirt in Erding stattfindet, ist eine Ironie des Schicksals. Beide gehen ab dem 31. Dezember 2017 ins Geschichtsbuch ein. Beim Mayr-Wirt bleibt der Jahres-Zähler bei 126 stehen, beim Automobilclub Erding sind es 68 Jahre. 1949 wurde er gegründet, Ende der 2000er Jahre schloss er sich mit dem Motorsportclub Erding zum AMC zusammen. Schon seit Jahren kämpfte der Verein mit einem Mitgliederschwund, nachrückender Nachwuchs fehlte nahezu völlig.

Völlig ins Schleudern geriet der AMC, als im Jahr 2016 Kassier Alfred Nitsche starb und neben offenen Fragen vor allem leere Kassen hinterließ. Bereits im März 2017 hatte der Vorstand geschlossen seinen Rücktritt zum 31. Dezember dieses Jahres verkündet, danach wäre ein Neuanfang möglich gewesen.

Der einzige Punkt der Tagesordnung am Freitag war die Auflösung des Vereins, über die die Mitglieder abstimmen sollten. Vorsitzender Fritz Martinetz erklärte, dass sich seit der letzten Versammlung niemand gemeldet hätte, der den Vorstand übernehmen wolle. „Aufgrund des fortgeschrittenen Alters ist es besser, sich aufzulösen, als dahin zu dümpeln und Leute zu beschäftigen, die sich anderweitig auch gut beschäftigen könnten“, fasste Martinetz zusammen.

Aus den Reihen der Zuhörer kam von Walter Hofmann die Frage nach dem Stand der Dinge beim verschwundenen Geld, immerhin 15 400 Euro. Dazu wollte sich der scheidende Vorstandschef nicht mehr selbst äußern, die ganze Sache gehe ihm mittlerweile sehr nahe. „Es ist traurig, wie man mit mir und auch mit meiner Familie umgeht. Ich muss mir die ganze Zeit überlegen, was ich falsch gemacht haben könnte“.

Nach kurzer Rücksprache ergriff Rechtsanwalt Herbert Kreglinger als Rechtsberater des Vereins das Wort. „Fakt ist nach wie vor, dass ein erheblicher Geldbetrag abhanden gekommen ist“. Man könne sich jetzt noch an die Erben halten und von ihnen das Geld einfordern, da sie das Erbe nicht ausgeschlagen hätten. Man habe aber im Vorstand lange diskutiert und die Entscheidung getroffen, die Sache nicht weiterzuverfolgen. „Wenn es zu einem Rechtsstreit kommt, müsste man die ganzen Unterlagen auch noch einmal durchforsten, um festzustellen, was eigentlich fehlgeleitet wurde“.

Die Auflösung wurde mit 53:2 Stimmen entschieden. Der Verein wird nun von Liquidatoren abgewickelt Falls auf dem mittlerweile schmalen Vereinskonto nach allen Gebühren und Kosten noch Geld sein sollte, geht dieses satzungsgemäß an die Luftrettung des ADAC. Die Senioren-Ausfahrt Goldenes Herz übernimmt das BRK.

Am Ende ergriff Jürgen Holz das Wort: „Ich danke dem Vorstand herzlich für seine Arbeit. Vor allem Fritz Martinetz, der seine Gesundheit für den Verein aufgeopfert hat“.

Henry Dinger

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