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Erfolgreich an den Start gebracht haben die Abteilung für Interdisziplinäre Schmerztherapie (v. l.): Klinik-Vorstand Sándor Mohácsi, Abteilungsleiterin Professor Magdolna Hornyak, ihre Stellvertreterin Dr. Andrea Hasse und Ärztlicher Direktor Professor Gerhard Konrad.

Klinikum Erding

Vereint gegen den chronischen Schmerz

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Erding - Chronische Schmerzen dauerhaft lindern: Dem hat sich die Tagesklinik für Schmerztherapie in Erding verschrieben. 16 Patienten werden dort behandelt.

Ein Schnitt mit dem Messer, den Knöchel verdreht, mit bloßer Hand ans heiße Backblech gefasst: Das tut weh. Dieser akute Schmerz ist durchaus sinnvoll und geht meist schnell vorüber. Doch was tun, wenn Schmerzen länger als drei Monate anhalten? „Per definitionem spricht man dann von chronischem Schmerz“, erklärte Professor Dr. Magdolna Hornyak am Dienstag anlässlich der Eröffnung der neuen Abteilung Interdisziplinäre Schmerztherapie.

Ende 2014 hatten Verwaltungsrat und Klinikum beschlossen, die Abteilung einzurichten. „Doch dafür musste sie erst in den Bayerischen Krankenhausplan aufgenommen werden“, blickte Vorstand Sándor Mohácsi zurück. Für ein entsprechendes Konzept begab man sich auf die Suche nach einem Team – und wurde bei Hornyak fündig. Die Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, die zudem über die Zusatzbezeichnungen Schlafmedizin, Suchtmedizin und Spezielle Schmerztherapie verfügt, arbeitet als niedergelassene Ärztin in Erding und leitet die neue Tagesklinik.

„Der liebe Gott hat sie geschickt, denn wir hätten uns niemand Besseren wünschen können“, sagte Mohácsi. Er sieht den Nutzen vor allem für die Patienten: „Gerade bei einer tagesstationären Behandlung, wie wir sie in Erding nun etabliert haben, ist es wichtig, dass die Patienten nicht zu weite Wege haben, die sie jeden Tag zurücklegen müssen.“ Die nächsten Schmerztageskliniken befinden sich in München, Landshut und Rosenheim.

In nicht einmal zwei Jahren seit der Grundsatzentscheidung wurde die Interdisziplinäre Schmerztherapie eingerichtet. Sie habe sich in kurzer Zeit realisieren lassen, da die meisten personellen und strukturellen Voraussetzungen für das Therapiekonzept ohnehin erfüllt gewesen seien. „Ist akuter Schmerz noch eine sinnvolle Warn- und Schutzfunktion des Körpers, so verliert chronischer Schmerz diese Funktion und kann sich verselbstständigen“, erklärte Hornyak. Man spricht von der Schmerzkrankheit – und die braucht ein eigenständiges und multimodales Behandlungskonzept. Deswegen werden die Patienten von einem interdisziplinären Team betreut. Neben Hornyak und ihrer Stellvertreterin Dr. Andrea Hasse, die als Fachärztin für Anästhesie bereits am Klinikum Erding tätig war, arbeiten in der Abteilung speziell für die Diagnostik und Behandlung von chronischen Schmerzen ausgebildete Fachärzte und Therapeuten aus den Bereichen Anästhesie, Allgemeinmedizin, Neurologie, Psychiatrie, Psychologie mit Schmerztherapiekompetenz, Physiotherapie, Ergotherapie, Pflege und medizintechnische Assistenz.

Seit Mai werden die ersten Patienten in der Tagesklinik im dritten Obergeschoss behandelt, insgesamt 16 Patienten in zwei Gruppen. Der Therapieansatz sieht vor, dass die Patienten ganztägig, aber tagesstationär von Montag bis Freitag behandelt werden. Dadurch können sie jeden Tag in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren. Dies sei ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Als Ziel der Therapie beschrieb Hornyak die anhaltende Linderung des Schmerzes. Die Patienten sollen die gelernten Dinge in den Alltag übertragen, um chronische Schmerzen wirksam zu bekämpfen und besser mit ihnen umgehen zu können.

Patientenforum

Wer die neue Abteilung für Interdisziplinäre Schmerztherapie kennenlernen möchte, hat dazu am Dienstag, 28. Juni, um 18 Uhr beim Patientenforum im Speisesaal des Klinikums (UG) die Möglichkeit.

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