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Murat A. (r.), hier neben seinem Anwalt Andreas Martin, wird vor dem Landgericht Landshut der Prozess gemacht. Der Türke (24) gilt als extrem gefährlich.

Staatsanwaltschaft erklärt ihre Anklageschrift

Vergewaltigung in Erding: Darum war es kein Mord

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Er soll seinem Opfer gedroht haben, es zu töten, und dennoch wurde gegen Murat A. keine Mordanklage erhoben. Wir erklären die Sachlage im Erdinger Vergewaltigungsprozess.

  •  Der Türke Murat A. steht vor Gericht, weil er eine 40-Jährige in Erding vergewaltigt und beinahe umgebracht haben soll.
  • Die Frau stellte sich tot, damit der Peiniger von ihr abließ.
  • Vor Gericht schweigt der Angeklagte, im Vorfeld hatte er aber beteuert, nichts Schlechtes getan zu haben.
  • Wir beleuchten, warum die Anklage auf Totschlag und nicht Mord lautet.

Erding - Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Landshut gegen Murat A. hat Fahnder und Prozessbeobachter überrascht. Der 24 Jahre alte Intensivtäter muss sich nach der brutalen Vergewaltigung einer 40-Jährigen nicht wegen versuchten Mordes, sondern „nur“ wegen versuchten Totschlags verantworten. Dabei hatten Staatsanwaltschaft und Landgericht erst vor wenigen Wochen mitgeteilt, der Türke solle wegen versuchten Mordes vor Gericht kommen.

Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt Thomas Steinkraus-Koch, Sprecher der Landshuter Staatsanwaltschaft, die Herabstufung: „Es sind nicht alle erforderlichen Mordmerkmale vorhanden.“ 

Grundsätzlich müssen bei einem (versuchten) Mord diese Faktoren vorliegen: Heimtücke, niedrige Beweggründe, Mordlust (Tötung eines Menschen als Selbstzweck), Befriedigung des Geschlechtstriebs, Habgier, Grausamkeit, Verwendung gemeingefährlicher Mittel oder Versuch der Verdeckung einer Straftat.

Der Tatort: Auf der Parkbank erlebte die 40-Jährige das Martyrium.

Was bisher bekannt ist, hat der 24-Jährige seinem Opfer gedroht, es bei Gegenwehr zu töten. Er würgte die Frau und schlug mit einer Bierflasche nach ihr. „Nach bisherigem Stand der Dinge ist Heimtücke nicht nachzuweisen“, so Steinkraus-Koch. Denn Murat A. habe seine Tat angekündigt. Hätte er sie unvermittelt hinterrücks umzubringen versucht, hätte es sich um versuchten Mord gehandelt.

Dem mutmaßlichen Vergewaltiger von Erding drohen bis zu 10 Jahre Haft

Steinkraus-Koch will nicht ausschließen, dass das Gericht zu dem Schluss kommt, dass es doch versuchter Mord war. „Das kommt gar nicht so selten vor.“ Die Anklagebehörde verfahre grundsätzlich so, dass der Tatbestand angeklagt werde, der vorliege, belegbar sei sowie die größten Erfolgsaussichten habe.

Murat A. drohen bis zu zehn Jahre Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung. Die Ausländerbehörde will ihn nach Teilverbüßen der Strafe mit Wiedereinreiseverbot in sein Heimatland abschieben.

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