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Lebensraum Baumkrone: Saatkrähen und ihre Nester im Erdinger Stadtpark. Die Vögel sind geschützt. 

Anwohner sind genervt

Wie bei Hitchcock: Erding kämpft gegen Krähenplage

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Erding unternimmt den nächsten Versuch, die Krähenplage in immer weiteren Teilen der Stadt in den Griff zu kriegen. Schon jetzt steht fest: Sonderlich erfolgreich wird die Vergrämung nicht sein.

Erding – Wer durch den Stadtpark geht, wähnt sich in einem Hitchcock-Thriller – von allen Seiten Vogelgeschrei, das durch Mark und Bein geht. In Erding sind es Saatkrähen – und die vermehren sich in dem geschützten Raum wie die Kaninchen. Längst ist das Revier in den Kronen über dem Park zu klein geworden. Die Krähen breiten sich immer mehr über die Stadt aus. Von Straßenzug zu Straßenzug wächst ihre Fangemeinde genervter Anwohner.

Die Möglichkeiten, die Population zu reduzieren, sind eng begrenzt. Denn der schwarze Vogel steht unter Schutz – nicht überall dominieren die Saatkrähen die Vogelwelt derart wie in der Herzogstadt. „Letal“ darf keine Maßnahme sein, sprich vom Himmel oder aus den Nestern schießen darf man die Krähen nicht. Auch Gift verbietet das Gesetz. Stadtbaumeister Sebastian Henrich berichtet von einer Marder-Attrappe. Doch die habe ihre Wirkung verfehlt. Im Gegenteil: „Die wurde zugeschissen“, so Henrich leicht resigniert.

Nein, die Krähen dürfen nur sanft vertrieben werden – indem man ihre Nester aus den Bäumen nimmt. Genau das wird die Stadt jetzt machen. Die Lizenz dazu hat sie von der Regierung von Oberbayern bekommen. Die Arbeiter vom Bauhof müssen sich sputen, denn der Gesetzgeber lässt solche Eingriffe ebenso wie Baumfällungen nur bis 1. März zu. In Ausnahmefällen kann die Frist bis Mitte März verlängert werden.

Im Stadtpark wird man die Hubsteiger nach den Worten von Stadtsprecher Christian nicht sehen – denn in diesem Bereich dürfen die Krähen nicht gestört werden. Laut Wanninger wird die Vergrämung unter anderem hier erfolgen: zwischen Hölderlin- und Landgestütstraße, an der Krankenhausstraße, zwischen Landshuter Straße und Geheimrat-Irl-Straße, Prielmayerstraße, Hans-Kogler-Weg sowie entlang der Dorfstraße in Siglfing.

Es ist nicht die erste Vertreibungsaktion. Dennoch wächst die Population von Jahr zu Jahr. Denn die Vögel ziehen einfach um. Nach jüngster Zählung sind es 649 Nester, vor einem Jahr waren es noch 512 gewesen. Wie stark sie sich ausbreiten, zeigt eine Zählung in der Splitterkolonie am Fehlgraben: 2014 waren es 47 Nester, 23 wurden entfernt. Ein Jahr später waren es 55, voriges Jahr 73 Brutstellen. 2014 wurden allein im Stadtpark 366 Saatkrähen-Paare gezählt, 532 waren es im vorigen Jahr.

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