Verkehr: UWE fordert Gesamtkonzept

Erding - Die Kerngebiete nicht weiter belasten und Erding für den Bevölkerungszuwachs fit machen - das will die UWE mit einem Gesamtverkehrskonzept erreichen.

Verkehrsplanerisch sind in Erding derzeit viele Bälle in der Luft: die Nordumfahrung mit Anbindung durch den Fliegerhorst und einer neuen Zufahrt zum Kronthaler Weiher, die Hoffnung, die B 388 über den Fuchsberg in eine echte Osttangente umzuwandeln, der S-Bahn-Ringschluss und die Walpertskirchener Spange mit Süd- und Nordeinschleifung. Die UWE möchte alle Projekte unter das Dach eines Gesamtverkehrsplans stellen. Dies erforderten die gegenseitigen Abhängigkeiten, betonten UWE-Vorsitzender Benedikt Hoigt und Rainer Mehringer, Fraktionschef im Stadtrat, am Wochenende in einem Pressegespräch.

„Wir müssen die Zukunft im Auge behalten“, fordert Mehringer. Für die Region heiße das in den kommenden 20 Jahren: ein Bevölkerungswachstum in der Stadt um 5000 und im Landkreis um 20 000 Menschen. Einige Eckpfeiler schlagen Hoigt und Mehringer bereits heute ein. Für den Fraktionssprecher ist klar: „Die dicht besiedelten Kerngebiete der Stadt dürfen nicht mit noch mehr Verkehr belastet werden.“ Er schiebt aber hinterher: „Das Wachstum darf nicht auf dem Rücken der weiter außerhalb liegenden Ortsteile stattfinden.“ Als Beispiele nennt er Bergham/Aufhausen sowie Langengeisling in Bezug auf die Trassenführung der Walpertskirchener Spange.

Beide Politiker machen keinen Hehl daraus, dass ihnen die Pläne für die Südeinschleifung gefallen. „Der darin eingezeichnete Tunnel ist dreimal so lang wie der bei der Nordlösung“, rechnet Hoigt vor. Außerdem könne bei dieser Variante der Ringschluss realisiert werden, selbst wenn sich die Regionalbahnanbindung hinauszögern würde. Mehringer macht aber deutlich, dass sich die UWE noch nicht festgelegt habe. Wie CSU und Bürgermeister Max Gotz (CSU) wolle die Fraktion erst die genauen Daten und Zahlen auf dem Tisch haben. Vor allem vermissen sie Lösungen für die höhengleichen Bahnübergänge und klare Aussagen zum Lärmschutz.

Sollte sich die Südeinschleifung durchsetzen, und bliebe der Stadtbahnhof damit erhalten, „dann brauchen wir im Nordwesten Erdings dringend einen weiteren S-Bahn-Halt mit großer P&R-Anlage“, verlangt Mehringer. Keinesfalls dürfe der Pendlerverkehr zu S- und Regionalbahn Kurs auf Erdings Altstadt nehmen.

Dazu gehört für die UWE auch, auf die Fertigstellung des A 94-Abschnitts Forstinning - Pastetten zu reagieren. „Es ist mit deutlich mehr Verkehr aus Richtung Forstern zu rechnen“, ist Mehringer überzeugt. Sein Vorschlag: Die Ampelkreuzung am Kreisbauhof in Pretzen auflösen, um mit Überführungen dafür sorgen, dass der anbrandende Verkehr nicht nach rechts in Richtung Stadt abbiegt, sondern nach links in Richtung Flughafentangente. Hoigt kündigte zu diesem Themenkomplex ein öffentliches UWE-Bürgerforum an. (Hans Moritz)

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