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Vor der kompletten Schulfamilie verlieh Carina Bischke den Titel „Fairtrade-Schule“ an Schulleiter Josef Grundner (hinten Mitte). Melanie Zehetmeier (VR-Bank, vorne, v. l.), El ternsprecherin Beate Döllel, Projektleiterin Karin Urland und Jürgen Bickhardt (Weltladen-Verein) freuten sich gemeinsam mit dem Fairtrade-Schulteam über die Auszeichnung.

Verleihung des Titels „Fairtrade-School“

In der Mädchenrealschule geht’s fair zu

Fair gehandelte Bananen und Schokolade oder Muffins aus Zutaten, für die ein angemessener Preis bezahlt wurde: Weil es diese und viele andere Dinge in den Pausen zu kaufen gibt, darf sich die Mädchenrealschule Heilig Blut ab sofort „Fairtrade-School“ nennen.

Altenerding– Die Welt ein Stück fairer machen, das möchte die Schulfamilie der Mädchenrealschule Heilig Blut gemeinsam mit dem Fairtrade-Team um Karin Urland und einigen engagierten Schülerinnen. Insgesamt eineinhalb Jahre lang haben sie in ihrer Freizeit auf die Ernennung zur Fairtrade-Schule hingearbeitet. Jetzt haben sie ihr Ziel erreicht: Fairtrade-Referentin Carina Bischke überreichte in feierlichem Rahmen die Auszeichnung an Schulleiter Josef Grundner und das Team.

Neben dem Anne-Frank-Gymnasium ist die Mädchenrealschuledamit die zweite Schule in Erding und die 112. in Bayern, die diesen Titel trägt. Auch die Stadt darf sich seit einigen Jahren Fairtrade-Town nennen. Zwei Jahre lang behält die Mädchenrealschule den Titel ab sofort. Dann wird die Einhaltung der Kriterien erneut überprüft. So müssen beispielsweise fair gehandelte Produkte an der Schule verkauft und das Thema regelmäßig im Unterricht behandelt werden.

„Ihr könnt wirklich stolz sein, dass ihr es geschafft habt, euch diesen Titel zu erarbeiten. Jeder kann die Welt ein kleines Stückchen besser und gerechter machen“, betonte Bischke. Nicht nur mit Nahrungsmitteln aus fairem Handel könne man hierzu einen großen Beitrag leisten, auch T-Shirts und Bälle seien eine Möglichkeit. So werden im Sportunterricht an der Realschule ab sofort Fairtrade-Fußbälle verwendet.

Am Herzen liegt das Thema dem Fairtrade-Team vor allem wegen der Kinder, die in ärmeren Ländern oftmals keine Schule besuchen können, wie Teamleiterin Urland erklärte. „Die Kinder sollen nicht mehr arbeiten müssen, sondern in die Schule gehen dürfen“, forderte sie. Und auch die Mitglieder des Fairtrade-Schulteams konnten einige Vorteile aufzählen: höhere Bildungschancen, keine Kinderarbeit, bessere Arbeitsbedingungen und gerechtere Preise.

Stolz zeigte sich auch Schulleiter Grundner. „Es herrscht ein großes Gerechtigkeitsproblem auf der Welt“, bedauerte er und ergänzte: „Es ist wichtig, dass wir für die Güter, die wir konsumieren, einen fairen Preis bezahlen.“ Für die Mädchenrealschule sei das Fairtrade-Projekt etwas ganz Großes. „So kann man die Menschen sensibilisieren, welche Problematik hier herrscht. Das Motto ,Geiz ist geil‘, nachdem in den letzten Jahren gelebt wurde, trägt genau zum Gegenteil bei“, warnte er.

Von dem Projekt überzeugt ist auch Erdings stellvertretender Bürgermeister Ludwig Kirmair. „Ein Geschäft ist immer ein gutes, wenn beide Seiten zufrieden sein können“, sagte er und appellierte an die Schülerinnen: „Ihr seid die Käufer und Konsumenten der Güter und habt damit großen Einfluss auf den Handel. Jeder Einzelne kann mit seinem Verhalten eine große Wirkung erzielen.“

Für die Unterstützung der Schule bedankte sich auch Jürgen Bickhardt, Vorsitzender des Weltladen-Vereins in Erding: „Das ist ein großer Beitrag zu einer gerechteren Welt.“

Guten Gewissens schlemmen konnten die rund 1000 Schülerinnen gleich im Anschluss an die Titelverleihung. Das Fairtrade-Team hatte Muffins aus gerecht gehandelten Zutaten gebacken. In Zukunft wird es Produkte aus fairem Handel unter anderem am Schulkiosk geben. Alle zwei Wochen soll zudem ein Fairtrade-Stand aufgebaut werden. Finanziell unterstützt hat die VR-Bank Erding das Projekt mit 750 Euro.

Julia Adam

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