Malerei und Radierungen sind in der Ausstellung von Hasko Merdanic (r.) und Gerd Mario Grill im Frauenkircherl zu sehen.  Foto: Vogel
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Malerei und Radierungen sind in der Ausstellung von Hasko Merdanic (r.) und Gerd Mario Grill im Frauenkircherl zu sehen. Foto: Vogel

Vernissage im Frauenkircherl: Stillleben und Hintersinn

Erding - Der Maler Hasko Merdanic und der Zeichner Gerd Mario Grill stellen im Frauenkircherl aus.

„Man möchte ein Hund sein, um von Hasko Merdanic portraitiert zu werden“, sagte der Kulturbeauftragte des Landkreises Hartwig Sattelmair in seiner Laudatio im Frauenkircherl. Dafür erntete er spontanen Beifall des amüsierten Publikums. Viel Applaus gab es in der Vernissage auch für Merdanics zehnjährigen Enkel Samuel, der mit der Querflöte das Thema aus Maurice Ravels „Bolero“ spielte.

Für Merdanic war es die 62. Ausstellungseröffnung in der Herzogstadt, für seinen Künstlerkollegen, den gebürtigen Münchner Gerd Mario Grill, eine Premiere. Zu sehen sind Malerei und Radierungen. Merdanic schuf farbenprächtige Blumenstilleben, Landschaftsidyllen, die in die Ferne schweifen lassen und nahe Ansichten von Erding. Seine gekonnten Pinselstriche widmete Merdanic außerdem den Tieren. Stolze Gockel spreizen ihre Federn, und treue Vierbeiner blicken den Betrachter mit herzerweichendem Hundeblick an.

„Die Bilder zeigen die Liebe zu den Tieren, den Pflanzen, zur Landschaft und den Menschen. Diese positive Grundeinstellung macht die Kunst von Hasko Merdanic“ aus, kommentierte Sattelmair. Er habe „einen Blick für alles, was ihn umgibt“. Grills Bildfolgen müsse man mehrfach ansehen, um die verschiedenen Aussageebenen, die miteinander verschränkt seien, zu entschlüsseln, so Sattelmair zu den hintersinnigen Radierungen, die mit weichen Linienführungen in dezentem Lila gestaltet sind.

Grills Arbeiten verbinden Sprache und bildnerische Darstellung, greifen Alltäglichkeiten auf, die unter dem persönlichen Blickwinkel des Künstlers eine originelle Eigendynamik entfalten. So sieht man auf einer Radierung hinter einer Nebelwand ein Katzengesicht mit schreckgeweiteten Augen. Die Geschichte zum Bild erzählt, dass die Besitzer ihr Kätzchen wiedergefunden haben und dies mit einem Grillfest feiern wollen. Wer hier an Fleisch und an tote Tiere denkt, ist auf der richtigen Fährte. Auch persönliche Kommentare zu den zwölf Geboten und eine ambivalente Hommage an den Liedermacher Hans Söllner zeigen Grills Grafiken.

vev

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