Verordnung 

Sogar Teppich-Ausklopfen ist Hauslärm

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Erding – Die Hauslärmverordnung der Stadt Erding regelt, wann Hauslärm erlaubt ist - und wann nicht. Sogar das Teppich-Ausklopfen wird darin reglementiert. 

Wann dürfen Mieter oder Hauseigentümer im Garten werkeln, ohne ihre Nachbarn zu stören? Wann und wie laut darf man Musikinstrumente, CD-Player und Ähnliches nutzen? Das und noch einiges mehr klärt die so genannte Hauslärmverordnung, die die Erdinger Stadträte im Verwaltungs- und Finanzausschuss diskutierten. Nach 20 Jahren soll sie überarbeitet werden. Viel zu ändern gab es allerdings nicht.

„Es ist ein kleines, aber für viele wichtiges Werk, vor allem, wenn es um Nachbarschaftsstreitigkeiten geht“, sagte Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) eingangs der Debatte. Auch angesichts der immer dichter werdenden Bebauung komme der Hauslärmverordnung Bedeutung zu. „Nicht wenige holen die Verordnung ab und werfen sie beim Nachbarn ein“, erzählte Gotz aus der Praxis im Rathaus.

Die Verordnung regelt zeitliche Einschränkungen von ruhestörenden Arbeiten in Haus und Garten, die Haustierhaltung und die Benutzung von Musikinstrumenten sowie Tonübertragungs- und Tonwiedergabegeräten wie TV, Radios oder CD-Playern.

Einzige Ausnahme für die zeitlichen Einschränkungen sind „Arbeiten, die zur Abwehr einer Gefahr bei Unwettern oder Schneefall oder zur Abwehr einer Gefahr für Menschen, Umwelt oder Sachgüter erforderlich sind“.

In Haus, Wohnung und Garten darf lauter nur wochentags von 7 bis 12 und von 14 bis 19 Uhr gewerkelt werden, am Samstag von 8 bis 12 sowie 14 bis 16 Uhr. Darunter fällt laut Verordnung auch das Ausklopfen von Teppichen. Für Hans Balbach (Erding Jetzt) und Jutta Harrer (SPD) ein nicht mehr zeitgemäßer Zusatz, der zu streichen oder in der Verordnung wenigstens nach hinten zu rücken ist. Mit beidem hatten sie in der Abstimmung keinen Erfolg. Mehr Unterstützer fand Rainer Mehringer (Freie Wähler) für seinen Vorschlag, Hundehalter sollten sonntags dafür sorgen, dass ihr Vierbeiner erst ab 8 statt 7 Uhr belle. Damit wollte er den Schutz des Sonntags besonders hervorheben. Für eine Mehrheit reichte es aber nicht.

Wenigstens grammatikalisch ist die Verordnung angepasst worden. CSU-Fraktionschef Jakob Mittermeier (CSU), pensionierter Realschulrektor, hatte eine falsche Dativ-Formulierung ausgemacht. Nach kurzer Diskussion darüber wertete OB Gotz die Korrektur als Kompromiss – und schon war der Fehler behoben. Der Hauslärm-Verordnung muss nun noch der Stadtrat zustimmen.

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