Eckig war der dritte Runde Tisch von SPD-MdB-Ewald Schurer (4. v. l.) zur Konversion des Fliegerhorsts. Foto: ja

Runder Tisch am Fliegerhorst Erding

Vertrauen ins Verteidigungsministerium schwindet

Erding - Auf 2019 hatte das Bundesverteidigungsministerium den Schließungszeitpunkt des Fliegerhorstes vorerst festgelegt. Seit kurzem steht fest: Der Standort wird wohl erst 2021 endgültig nach Manching verlagert sein (wir berichteten). 

Beim Runden Tisch zu diesem Thema, initiiert von SPD-MdB Ewald Schurer, nutzte Oberbürgermeister Max Gotz die Möglichkeit, seinem Ärger Luft zu machen.

„Es wäre schön, wenn das wirklich alles so wäre, aber mir fehlt mittlerweile der Glaube daran“, betonte Gotz in der Diskussionsrunde, an der unter anderem Karl-Heinz Brunner als Vertreter des Verteidigungsausschusses teilnahm. Es sei schwierig, so Gotz, Planungen zu entwickeln, „wenn nicht sicher ist, wann der Konversionsprozess beendet ist“.

Große Unklarheiten bereite beispielsweise der Warteraum Asyl, der derzeit auf dem 360 Hektar großen Gelände des Fliegerhorsts untergebracht ist. Hintergrund sind die Überlegungen, dort ein Ankunftszentrum einzurichten. „Wir brauchen Entscheidungen. Man muss mit uns reden“, forderte der Rathauschef.

Unterstützung bekam er von Bockhorns Bürgermeister Hans Schreiner. Teile der Flächen liegen auf seiner Flur. „Wir können nicht planen, wenn wir nicht wissen, was passiert“, klagte er.

Selbst Gastgeber Schurer zeigte wenig Zuversicht: „Die Geschwindigkeit war in den vergangenen Jahren so, dass man eigentlich nicht von Geschwindigkeit sprechen kann. Wenn ich gefragt werde, ob das bis 2021 geschafft wird, sage ich Nein.“

MTU-Sprecher Ulrich Ostermair steht auf der Seite der Erdinger. Er forderte ebenso Klarheit. „MTU will hier bleiben, aber wir brauchen auch Sicherheit. Erst gab es Pläne für 2018, dann für 2021. Wahrscheinlich schiebt man es jetzt nochmal auf 2025.“

Den klaren Forderungen begegnete Brunner zwar mit Verständnis, dennoch appellierte er an die Runde, die zeitlichen Ziele nicht zu sehr Frage zu stellen. „Sonst geraten diese noch stärker ins Wanken, weil die Öffentlichkeit sowieso nicht mehr von dem festgelegten Termin ausgeht“, begründete er. Zudem sei das Bundesverteidigungsministerium in den zurückliegenden Jahren „sensibler geworden, was Termineinhaltungen betrifft“.

Von Julia Adam

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