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Beim VIP-Empfang nach dem Konzert erfüllte Vicky Leandros gerne die Autogrammwünsche ihrer Fans.

Vicky Leandros in der Erdinger Stadthalle

„Ich hab’ die Liebe geseh’n“ – der Saal tobt

Von Anfang an schmetterten die Erdinger beim Konzert von Vicky Leandros mit. Die zweite Zugabe ersangen sich die 500 Zuschauer in der Stadthalle sogar als großer Chor.

ErdingVicky Leandros hat am Donnerstagabend die Erdinger Stadthalle zum Brodeln gebracht. Knapp 500 Gäste jubelten der 1952 auf der griechischen Insel Korfu geborenen Künstlerin mit der unverwechselbaren Stimme zu, die wie ein Wirbelwind über die Bühne fegte.

Für die Fans sollte es ein zweieinhalbstündiger Konzertgenuss werden. Mit stehenden Ovationen forderten sie Zugaben. „Die Bouzouki klang“, „Theo, wie fahr’n nach Lodz“ und der überschwängliche Dank der Künstlerin waren den Erdingern aber nicht genug. Sie gaben sich einfach nicht zufrieden, und alle im Saal sangen ohne musikalische Begleitung „Ich hab‘ die Liebe geseh‘n“. Die letzten Gäste hielt es nun nicht mehr auf den Plätzen, die Stuhlordnung war schon längst aufgehoben. In den Gängen und direkt an der Bühne standen die Fans und fotografierten mit ihren Handys die temperamentvolle Griechin.

Es blieb nichts anderes übrig, als die Musiker wieder in den Saal zu holen und noch einen Song zu spielen. Es wurde „Halleluja“ – ihr Lieblingslied, wie die Sängerin vor ihrem endgültigen Abschied von der Stadthallenbühne verriet.

Von Anfang an gab die 65-Jährige alles und spielte ihre mehr als 50-jährige Bühnenerfahrung aus. Schon beim ersten Lied – „Après toi“, mit dem sie 1972 für Luxemburg den Grand Prix d’Eurovision gewonnen hatte – sangen die Erdinger lautstark mit. Viel Applaus gab es auch für „Bitte nimm mich so, wie ich bin“ und natürlich die vielen bekannten Lieder aus den 1970ern, die sie teilweise auch auf Griechisch sang.

Denn obwohl sie seit dem fünften Lebensjahr in Deutschland lebt, spielt die griechische Heimat immer eine entscheidende Rolle in Vicky Leandros’ Leben. Kurze Anekdoten, unter anderem von einem Konzert in der Royal Albert Hall, brachten das Publikum zum Schmunzeln. „Those were the days“, „Fire and Rain“ und sogar ein Lied in japanischer Sprache gab Vicky Leandros zum Besten. Bejubelt wurden auch „Möge der Himmel“ und „Verlorenes Paradies“.

Ein Novum in der Stadthalle war wohl, dass Leandros zum Publikum kam und im Karaoke-Stil einige Gäste zum Singen von „Blau wie das Meer“ animierte. Alle setzten das perfekt um, niemand blamierte sich.

Nach einer kurzen Pause, in der der Schlager-Star vom langen Abendkleid ins kleine Schwarze wechselte, erzählte Leandros die Geschichte von „Valentin“, einem Lied über einen Homosexuellen, das sie schon vor 35 Jahren im Programm hatte. „Letters“ („Er hat mir geschrieben“) sang sie ihm Duett mit Bo Heart, der sie seit 20 Jahren am Piano begleitet.

Mit „Grüße an Sarah“, „Tango d’amour“ und „Ich liebe das Leben“ sowie vielen anderen Liedern riss Vicky Leandros das Publikum immer wieder zu Beifallsstürmen hin, und textsicher sangen alle die Schlager von damals mit.

Nach dieser zweieinhalbstündigen Performance gab Leandros bei einem kleinen Empfang für einige VIP-Gäste Autogramme und gestand, dass sie das erste Mal in Erding war und leider zu wenig von der Stadt gesehen habe. Sie hoffte, dass sie wieder nach Erding kommen kann, denn „dieses Erdinger Publikum war überwältigend, damit habe ich nicht gerechnet“. Aber zunächst führt sie ihre Reise zurück in ihre Heimatstadt Hamburg, dann weiter zu Konzerten nach Husum, Sylt und Mönchengladbach.

Elvi Reichert

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