Morgen um neun Uhr schon voll besetzt: der vordere Bereich des Mühlgraben-Parkplatzes. Die Eigentümer könnten sich hier auch ein Parkhaus vorstellen. foto: zierz

Mühlgraben-Areal 

Viele Pläne, wenig Parkplätze?

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Erding – Die Stadt hat den Bereich Stahl-Museum und Mühlgraben-Parkplatz überplant. Wohnen, Kultur und Einkaufen könnten dort einmal möglich sein. Dass von öffentlichen Parkplätzen keine Rede mehr ist, darüber wundern sich die Grundstückseigentümer.

Ideen für ein neues Stadtquartier haben Architekten für den Mühlgraben-Parkplatz bis zur Landshuter Straße inklusive des Museums Franz Xaver Stahl gesammelt. Die Jury überzeugte der Entwurf von Karl Heinz Walbrunn und Landschaftsarchitektin Rita Lex-Kerfers am meisten (wir berichteten).

Bei der Bekanntgabe der Gewinner hatte Oberbürgermeister Max Gotz betont, dass sich auf dem Gebiet wohl vor dem Jahr 2030 nichts tun werde. Vorrang habe das Stahl-Museum im Eigentum der Stadt, das zeitnah um einen Anbau erweitert werden soll. Deshalb hat der Stadtrat nun beschlossen, den Bebauungsplan zu teilen und diesen Abschnitt als Erstes in Angriff zu nehmen.

Der Großparkplatz am Mühlgraben befindet sich in Privatbesitz. Der vordere Teil gehört der Familie Pointner. Rund 130 Stellplätze gibt es allein dort. Seit fast 30 Jahren hat die Stadt die Fläche gepachtet. Der aktuelle Vertrag läuft noch 13 Jahre. Die Parkplätze werden sehr gut angenommen, sind oft schon morgens um 9 Uhr voll belegt. Denn nicht nur Kunden, die die Innenstadt aufsuchen wollen, nutzen sie. Auch Angestellte, die im Zentrum in Geschäften, bei Banken oder Behörden arbeiten, stellen ihre Autos dort ab.

Das soll so bleiben, sagen Josef Pointner jun. und sen. Sie sind Eigentümer des vorderen Parkplatz-Areals am Mühlgraben und angrenzender Flächen. Früher stand dort ein großes Sägewerk. „Wir sind grundsätzlich einverstanden mit dem Masterplan, weil es eine der letzten großen bebaubaren Flächen in der Innenstadt ist“, sagt Pointner jun. zum Ideenwettbewerb der Stadt. Was seinem Vater und ihm in den Entwürfen fehlt, ist öffentlicher Parkraum. „Darauf hätte man Rücksicht nehmen sollen“, sagen beide. „Unser Wunsch war immer ein öffentliches Parkhaus“, so Pointner sen. Dies habe man von Anfang an mit der Stadt kommuniziert.

Gerade, weil der Bereich zur Landshuter Straße hin durch die Sanierung und Erweiterung des Stahl-Museums aufgewertet wird, verweisen die Pointners auf die Bedeutung des Parkplatzes. „Das mit dem Museum ist eine tolle Sache. Das Gebiet wird sich positiv entwickeln“, ist Pointner jun. überzeugt. „Aber auch dafür muss man Parkraum schaffen. Stellplätze werden immer gebraucht.“ Vater und Sohn Pointner sind sich einig: „Für uns wird das langfristig immer ein Parkplatz bleiben – eher mehr als weniger.“

Dem spricht aus der Sicht von OB Gotz nichts entgegen. „Ich verstehe die Sorgen, aber es gibt keinen Grund zur Aufgeregtheit“, sagte er gestern. In erster Linie sei es der Stadt beim Masterplan um die fußläufige Anbindung des Stahl-Museums zur Innenstadt gegangen. „Was Familie Pointner auf ihrem Grundstück macht, ist ganz allein ihre Sache. Sie ist Eigentümerin“, erklärte Gotz. Er setzt auf eine weiter vertrauensvolle Zusammenarbeit und stellte klar, dass die einstige Idee der Stadt, auf dem ehemaligen Bauhofgelände an der Lebzelterstraße ein Parkhaus zu verwirklichen, ruhe. „Wir brauchen den Platz dort als Baustelle für die Lodererplatz-Schule“, so Gotz. Die Sanierung der Mittelschule inklusive Turnhallen ist ein millionenschwerer Kraftakt, der sich über Jahre hinziehen wird.

Gotz vermutet, dass ein Faltblatt, das derzeit in Erding kursiere, für Unruhe gesorgt habe. Darin wiederholt die Wählergruppe Erding Jetzt, die vier Stadträte stellt, ihre Forderungen aus dem Kommunalwahlkampf. Dazu gehören ein Lebensmittelmarkt in der Innenstadt sowie ein ausreichend bemessenes Goßparkhaus.

Gabi Zierz

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