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Im Dauereinsatz waren wegen Blitzeises die Winterdienste im Landkreis.

Viele Stürze, wenig Unfälle

Blitzeis legt Landkreis-Osten lahm

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Regen auf tiefgefrorenen Straßen und Wegen – das war eine tückische Kombination, die ab dem frühen Montagabend vor allem den Osten des Landkreises Erding lahm legte.

Erding - Während man im Raum Erding nur auf Kopfsteinplaster und Straßenplatten Obacht geben musste, verwandelten sich im östlichen Landkreis fast alle Verkehrswege in Rutschbahnen. Immerhin gelang es den Winterdiensten, die Hauptverkehrsachsen einigermaßen befahrbar zu machen. Abseits dieser Routen ging aber bis Dienstagvormittag stellenweise fast gar nichts.

Hans Rumpfinger, Vize-Chef der Dorfener Polizei, machte trotz der Rutschbahnen den Verkehrsteilnehmern ein Kompliment: „Fast alle haben sich sehr gut an die Witterungsverhältnisse angepasst.“ Es sei lediglich zu fünf kleineren Unfällen gekommen, davon drei beim Einparken. Ein Auto, so Rumpfinger, sei gegen einen Telefonmast gerutscht, ein weiteres gegen eine Hecke. Es gab nur geringe Sachschäden und keine Verletzten.

Wenig zu tun hatten auch die Erdinger Kollegen. Polizeirat Anton Altmann berichtet lediglich von einem Unfall: Gegen 18 Ur war eine Radlerin auf der Krankenhausstraße in Erding gestürzt. Weil sie kurzzeitig bewusstlos war, kam sie ins Klinikum Erding.

Dessen Sprecherin Daniela Fritzen berichtet, „dass in der Notaufnahme deutlich mehr los war als sonst“. Am Dienstag wurden knapp 100 Patienten vorstellig, ein Drittel wegen Stürzen. Auch am Mittwoch habe man Eisopfer versorgt.

Vorgesorgt hatten auch das Bayerische Rote Kreuz und die Integrierte Leitstelle in Erding. BRK-Pressesprecherin Danuta Pfanzelt sagte, dass es in den Abendstunden vermehrt zu Stürzen von Fußgängern gekommen sei. Daraufhin seien die Transportkapazitäten aufgestockt worden, um Verletzte in die Kliniken zu bringen. Anfangs handelte es sich laut Pfanzelt um eine rein vorsorgliche Maßnahme.

Gegen 18 Uhr wurden zusätzlich zum hauptamtlichen Rettungsdienst von BRK, Maltesern und Johannitern ehrenamtliche BRK-Kräfte in Alarmbereitschaft versetzt – mit fünf zusätzlichen Fahrzeugen, so Pfanzelt. Um 20 Uhr hob die Leitstelle die Bereitstellung wieder auf.

Die Feuerwehren hatten witterungsbedingt in der Nacht und am Dienstagmorgen keine Einsätze.

Große Probleme gab es in der Früh bei der Zeitungszustellung. Heinz Brennauer, Vertriebsinspekteur beim Zeitungsvertrieb Erding, berichtet: „Teilweise kamen in der Nacht die Lastwagen gar nicht durch. Deswegen konnten einige unserer Träger keine Zeitungen entgegennehmen.“ Viele seien zu Hause geblieben. Laut Brennauer eine gute Entscheidung: „Wir haben keine Verletzten zu beklagen.“ Er bedauert, dass etliche Zeitungen nur mit erheblicher Verspätung zugestellt werden konnten.

Im östlichen Landkreis ließen einige Eltern ihre Kinder nicht aus dem Haus. Im Schulbusverkehr kam es jedoch zu keinen besonderen Vorkommnissen, so Claudia Fiebrandt-Kirmeyer, Sprecherin des Landratsamts.

Normalbetrieb herrschte am und um den Münchner Flughafen. Sprecherin Kathrin Stangl: „Wir hatten am Boden und in der Luft Plus-Grade. Deswegen bildete sich kein Blitzeis. Starts und Landungen wurden nicht beeinträchtigt.“

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