Die Volkshochschule (VHS) im Landkreis Erding bleibt ein Erfolgsmodell. Und sie befindet sich weiter auf Wachstumskurs.
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Die Erdinger Einrichtung ist die viertgrößte Volkshochschule in Oberbayern.

Alle Fachbereiche gut gebucht – Sinkende Nachfrage für Deutschkurse

VHS passt sich dem Zeitgeist an

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
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Die Volkshochschule (VHS) im Landkreis Erding bleibt ein Erfolgsmodell. Und sie befindet sich weiter auf Wachstumskurs.

ErdingDie Volkshochschule (VHS) im Landkreis Erding bleibt ein Erfolgsmodell. Und sie befindet sich weiter auf Wachstumskurs. „Die Zahlen haben sich sehr positiv entwickelt“, sagte Geschäftsführer Claus Lüdenbach in der Sitzung des VHS-Zweckverbands. Die Erdinger Einrichtung stehe mittlerweile auf Platz vier der größten Volkshochschulen Oberbayerns. 80 gibt es im Bezirk.

1124 Kurse wurden an der VHS im ersten Halbjahr 2019 durchgeführt – 27 mehr als im gleichen Zeitraum 2018. Entsprechend gab es auch mehr Teilnehmer (10 704/2018: 10 646). „Durch alle Fachbereiche gab es keinen gravierenden Einbruch“, freute sich Lüdenbach. Ein kleiner Rückgang ist ihm zufolge lediglich bei den Sprachen zu erkennen.

Sinkende Migrantion: Weniger Fördermittel für Deutschkurse

Rückläufig sind auch die Zahlen beim Deutschunterricht. Wie Verbandsvorsitzender und Neuchings Bürgermeister Hans Peis erläuterte, liegt das an den sinkenden Migrantenzahlen und daran, dass Fördermittel eingestellt würden.

Auch 2020 will die VHS ihr Programm weiterentwickeln und „immer mehr dem Zeitgeist anpassen“, so Peis. „Nächstes Jahr gehen wir von einem leichten Rückgang der Teilnehmerzahlen aus“, prognostizierte derweil Lüdenbach. Die Personalkosten würden steigen, die Dozentenhonorare wohl ein bisschen zurückgehen.

Löwenanteil der Einnahmenseite: Teilnehmergebühren

Die Mitgliedsbeiträge werden laut Lüdenbach auf dem gleichen Niveau bleiben, da in den Landkreis-Gemeinden kein Bevölkerungswachstum zu erwarten sei. Die Beiträge der Kommunen errechnen sich zu 70 Prozent aus deren Einwohnerzahl und zu 30 Prozent aus der Teilnehmerzahl. Insgesamt kommen so knapp 600 000 Euro zusammen.

Den Löwenanteil im Haushaltsplan 2020 machen auf der Ertragsseite allerdings die Teilnehmergebühren mit 1,73 Millionen Euro aus. Bei den Ausgaben schlagen unter anderem Honorare für Kursleiter (900 000 Euro) und Personalkosten (gut 930 000 Euro) durch.

50 Prozent Ermäßigung auf Kulturkarte

Der Wirtschaftsplan schließt in Einnahmen und Ausgaben mit jeweils rund 2,5 Millionen Euro ab, ein Jahresüberschuss von gut 4000 Euro wird erwartet. In der Sitzung wurden die Jahresrechnung 2018, der Halbjahresbericht 2019 und die Haushaltssatzung für das kommende Jahr einstimmig abgesegnet.

Lüdenbach verwies noch auf die neue Vortragsreihe „vhs.wissen live“. Dabei werden Vorträge von hochkarätigen Persönlichkeiten als Livestream in andere Volkshochschulen oder direkt ins eigene Wohnzimmer übertragen. Künftig sollen Inhaber einer Ehrenamtskarte 50 Prozent Ermäßigung auf die Kulturkarte erhalten. Zudem kann man mit der Kulturkarte dank einer Kooperation mit der VHS München künftig als Erdinger in München kostenlos Vorträge besuchen – und umgekehrt.

Das VHS-Haus, kürzlich übrigens frisch gestrichen, sei „sehr sehr stark“ ausgelastet, deswegen habe man die Vermietung „zurückgefahren“, sagte Lüdenbach. Hier konzentriere man sich nun auf die Sonntage. „Was sind denn das für Kurse? Wir reden ja immer von Sonntagsarbeit“, merkte Erdings Oberbürgermeister Max Gotz an. „Keiner von uns ist sonntags hier“, antwortete Lüdenbach. Dann seien in der Regel Dozenten tätig, aber kein VHS-Personal, ergänzte Peis.

Markus Schwarzkugler

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