Sportangebote im Landkreis

Volkshochschule – der kleine Konkurrent?

Landkreis – Für jeden soll was dabei sein, so scheint das Motto vieler Fitnessstudios und Vereine. Aber auch die Volkshochschule (VHS) bietet sportliche Aktivitäten – Konkurrenz oder Ergänzung?

Verein, Fitnessstudio oder doch Volkshochschule (VHS): Wer Sport treiben will, der hat viele Möglichkeiten, das unter professioneller Anleitung zu tun. BLSV-Kreisvorsitzender Adi Maier findet, dass die Vereine viel zu bieten haben. Moderne Kurse wie Zumba, die anfangs in Fitnessstudios oder an der VHS angeboten wurden, haben inzwischen auch viele Sportvereine im Repertoire. Doch einige von ihnen kämpfen seit Jahren um neue Mitglieder. „Es geht um das Gebunden-Sein“, glaubt Maier. Im Fitnessstudio kann man zu den Öffnungszeiten jederzeit an die Geräte, und auch die Kurse sind oft flexibler buchbar als im Verein.

Simon Klawe, Abteilungsleitung Fitness im Sportpark Schollbach, empfindet die VHS durchaus als Konkurrenz. Die Gruppen im Sportpark seien jedoch auch stets gut besucht. „Wenn jemand aus Kostengründen von uns zur VHS wechseln will, sind das meistens keine Stammkunden“, erklärt der Trainer. Er beschreibt das Angebot des Sportparks als abwechslungsreicher, und mit einer Zehnerkarte könne man jeden Kurs besuchen.

Klawe: „Da ist man sehr flexibel, weil man immer was Neues ausprobieren kann.“ Kurse wie Zumba, Pilates, Yoga, Piloxing oder der neueste Trend Jumping würden von allen Altersklassen zwischen 18 und 60 Jahre angenommen. „Im Sommer war jetzt allerdings ein bisschen weniger los. Unser Programm passen wir dann der Saison an. Im Winter gibt es wieder mehr Kurse“, sagt Klawe.

Elfriede Streinz ist 2. stellvertretende Vorsitzende des TSV Taufkirchen und spürt auch das momentane Sommerloch bei den Kursen des Vereins. Hier werden auch Zumba, Yoga und Gymnastik angeboten, die meist eher im Herbst und Winter voll besetzt sind. Kurse für die Gesundheit, wie Wirbelsäulengymnastik und Faszientraining, erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit.

Durch das Angebot von Trendsportarten wie Zumba und Rakka habe der Verein bereits neue Mitglieder gewonnen: „Einige haben vom Fitnessstudio zu uns gewechselt. Wir bekommen immer mehr junges Publikum“, sagt Streinz, die für die Abteilung Tanzsport zuständig ist. Viele beginnen die Kurse als Nichtmitglieder und treten dann irgendwann dem Verein bei, da manche Kurse für Mitglieder kostenlos sind, und der Beitrag günstiger als im Fitnessstudio sei.

Auch Alexandra Bauer, Vorsitzende der Abteilung Turnen und Tanzen bei der SpVgg Altenerding, merkt keine Konkurrenz durch andere Sportangebote. Auch hier scheinen die Kosten eine Rolle zu spielen: Viele kämen zum Verein, weil es günstiger ist. „Außerdem zeichnet den Verein das Soziale aus. Man kennt sich und kann sich nach den Kursen noch unterhalten, das mögen die Leute“, erklärt Bauer.

Aber auch etwas andere Angebote ziehen Sportler an. Pilates etwa wird in Kombination mit Muskelaufbau angeboten – und ist gut besucht. Dabei richtet sich die Abteilung aber nicht nur auf Trends aus. „Jugendliche gehen lieber ins Fitnessstudio. Danach, wenn sie älter sind, kommen sie zum Verein“, so Bauer. Dort ist von Mutter-Kind-Turnen über Aerobic bis Sitzgymnastik für Senioren ein breites Angebot vorhanden.

Auch Manfred Muster ist der Meinung, dass Vereine, Fitnessstudios und die VHS nicht miteinander konkurrieren. „Wir wollen ja nicht ganz viele Teilnehmer, sondern etwas für die Gesundheit der Menschen tun“, sagt der stellvertretende VHS-Geschäftsführer, der dort für den Bereich Gesundheit zuständig ist. Bei der Volkshochschule könne man gezielt aus den im Fitnessbereich aktuell rund 100 Kursen auswählen, ohne mit einer Mitgliedschaft langfristig gebunden zu sein. „Nach einem Block von zehn Terminen muss man nicht weitermachen“, sagt Muster. Nach wie vor sei Zumba sehr beliebt, aber auch andere Kurse aus dem Bereich Dance Fitness seien im Kommen. Der Trend gehe zur Kombination von Sportarten – Piloxing (Pilates und Boxen) oder Taekwondo-Aerobic etwa.

Von Franziska Huber

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