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„Schorschi, wir fahren mit dem Automobil“: Die Tanngrindler Musikanten luden beim Hoagarten im Mayr-Wirt zu einer nostalgischen Autofahrt ein.

Schwungvolle Tänze zu vorwitzigen Klängen

Volksmusiktage: Schwungvolle Tänze zu vorwitzigen Klängen

Erding - Im Zeichen der Volksmusik stand Erding am Wochenende. Die Gästen genossen die abwechslungsreiche Musik.

Handfeste und zarte Volksmusik, freche Lieder, schaurig-schöne Moritaten und schwungvolle Tänze: Bei den Erdinger Volksmusiktagen konnten die Gäste verschiedene Spielarten erleben. Ein sinnenfreudiges Erlebnis war die dreitägige Veranstaltung allemal. Musik und gutes Essen hielten Leib und Seele zusammen. Außerdem entführten die vorwitzigen Klänge auch aufs Tanzparkett.

Als „zwei Gruppen, die zu den renommiertesten in ganz Bayern gehören“, stellte Moderator Markus Tremmel die Geigenmusi Haindl aus dem Landkreis und die Tanngrindler Musikanten aus der Oberpfalz beim gut besuchten Hoagarten am Freitagabend im Mayr-Wirt vor. Ob Polka, Walzer, Marsch, Landler, Walzer oder Volkslieder, beide Gruppen präsentierten eine solide Vielfalt. „Schorschi, wir fahren mit dem Automobil, es kost’ ja nicht viel, von Hamburg bis Kiel“, luden die Tanngrindler Musikanten das Publikum zu einer nostalgischen Autofahrt ein. Woher ihr Name kommt? Die Antwort darauf wollte Tremmel den Gästen nicht vorenthalten, der selbst Dialektforschung betreibt. Tanngrindl verweise auf einen bewaldeten Höhenrücken, lüfteten die Oberpfälzer das Geheimnis. Ja und dann setzten die Musikanten „eine Runde Landler“ drauf. „Wenn’s pressiert, pressiert’s!“ hieß ein anderes Stück der Bläser aus der Oberpfalz. „Da Hoagarten eskaliert“, sagte Markus Tremmel schmunzelnd, als einige Paare zu tanzen begannen, was selbst auf kleinstem Platz erstaunlicherweise glückte.

Einen tierischen Zwiefachen hatte die Geigenmusi Haindl mitgebracht. Da stolzierten ein farbenprächtiger Gockel und ein fauler Kater durch den Raum. Warum heimgehen, wenn das gesellige Leben beim Wirt winkt? – von den Verlockungen des nächtlichen Landlebens erzählte ein weiteres Lied. „Abba’s Wirtshaus lasst mi ned los, geh i vorbei, ziagt’s mi nei, da schimpft mei Wei!“

Die Abgründe der menschlichen Seele zeigten sich in den schaurigen Geschichten der Münchner Moritäterinnen, die am Samstagvormittag das Publikum bestens unterhielten und zum Mitsingen animierten. Mit Bildtafeln wurden die Moritaten illustriert und mit Spielwitz dargeboten. Vielstimmig erklang die traurige Geschichte vom Sabinchen.

Abends war bestes Biergartenwetter und so spielten die „Vuizbandoffen“ beim Erdinger Weißbräu unter freiem Himmel. Ihr Markenzeichen: feinsinnige und temperamentvolle Stücke aus eigener Feder. Im voll besetzten Gasthaus „Zum Adlberger“ waren die Soimberg Musi und der Ardinger Dreigsang zu hören. Bei Bilderbuchwetter gingen die Volksmusiktage beim Bauernhausmuseum gestern Nachmittag ins Finale.

Bilder: So schön war's bei den Erdinger Volksmusiktagen

Vroni Vogel

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