Zum Song „Killer Queen“, gesungen von Janine Bach als Herzkönigin (M.) hatte das Junge Theater Erding einen Tanz einstudiert.
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Zum Song „Killer Queen“, gesungen von Janine Bach als Herzkönigin (M.), hatte das Junge Theater Erding einen Tanz einstudiert.
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„Alice im Anderland“ - die besten Bilder
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Junges Theater Erding spielt „Alice im Anderland“ 

Reife Leistung der jungen Talente

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Doppelte Premiere für das Junge Theater Erding: Ihre erste Inszenierung als Bühnenensemble kam am Dienstagabend in der Stadthalle zur Aufführung. Mit „Alice im Anderland“ bewies der Nachwuchs, dass er sich vor den etablierten Theatergruppen keinesfalls verstecken muss.

Erding Es war eine verstörende Welt, in die das Junge Theater Erding seine Zuschauer mitnahm. Eine Welt, in der die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen. Parallelen zum Original „Alice im Wunderland“ waren unübersehbar. Und doch hatte die Inszenierung so gar nichts mit dieser unbekümmerten Geschichte gemeinsam. Denn „Alice im Anderland“ zeigt Alice Jahre nach ihrem Aufenthalt im Wunderland. Ihre Eltern sind bei einem Brand ums Leben gekommen, und sie landet als einzige Überlebende in der Nervenheilanstalt Ramstein-Miesenbach. Dort trifft Alice die alten Bekannten aus dem Wunderland wieder. Oder werden die anderen Patienten einfach nur in ihrem Kopf zu Kaninchen, Raupe & Co.?

Als medikamentenabhängige Alice glänzt Géraldine Chalaud, die gemeinsam mit Janine Bach und Benjamin Stang zum ersten Mal Regie geführt hat. Sie ist verzweifelt und zerbrechlich, im nächsten Moment stark und aggressiv. Erst in der letzten Szene begreift man ihren kompletten Wahnsinn. Genau diese Szene ist es auch, in der Chalaud ihr Talent richtig entfaltet. Ihr Dialog mit sich selbst, getrieben von Wahnsinn – Gänsehaut pur. Immer an ihrer Seite ist ihr Alter Ego, die Grinsekatze. Mit einem ständigen Grinsen ins Gesicht geschminkt gibt Stang die provokant-zynische Katze, die versucht, Alice vor mancher Dummheit zu bewahren.

Eine der großen Überraschungen des Abends ist Tim Lanzinger als Hutmacher. Der 18-Jährige zeigt, rasant wechselnd zwischen Introvertiertheit und plötzlichem Gefühlsausbruch, die posttraumatischen Störungen eines Soldaten. Getrieben von Flashbacks, wirft er sich auf den Boden, den Besenstiel als Gewehr im Anschlag, bevor er salutierend aufspringt.

Die Köchin (Simone Manke) weiß nicht so ganz, wo sie hingehört – ist sie Patientin oder Personal? Die Raupe (Franziska Undis) kommt als tiefenentspannter US-Hippie mit Glitzerturban und Wasserpfeife daher. Das vor Angst bibbernde Kaninchen (Vroni Schubert) leidet unter Verfolgungswahn, und wie aus einem Horrorfilm entsprungen wirkt die Herzogin (Miriam Schneider): zerzaustes Haar, verschmierter Lippenstift, wirrer Blick und ein weinerlicher Singsang, dazu ein Kissen auf dem Arm, das sie streichelt wie ein Baby.

Mindestens so verrückt wie die Insassen scheint das Personal der Anstalt zu sein – allen voran die Herzkönigin. Bach interpretiert die dominante Herrscherin als biestige Diva, als Gothic-Braut mit Corsage und Cape.

In Sachen Wahnsinn stehen ihr der Hofstaat (Jaime Mendez Lombardero), die Lakaien (Adrian Mehringer/Carina Fiedler) und der Herzbube in nichts nach. Quinten Voitel, mit 15 Jahren einer der Jüngsten, macht seine Sache als bedrohlicher Schlägertyp mit Tattoos und Lederkluft sehr gut.

Die einzig Normalen scheinen die Psychiater zu sein – die eine (Laura Lindner) von der alten Schule mit Pillen und Elektrokrampftherapie, der andere (Dominik Paul) ein übereifriger Gesprächstherapeut. Sie erklären die einzelnen Krankheitsbilder, während zwischen den Szenen die Schauspieler mit Hilfe von Souffleuse Nina Zischek die Bühne umbauen.

Was das junge Ensemble da auf die Beine gestellt hat, das hätte weit mehr Zuschauer verdient. Ihm gelang es, eine eindrucksvolle Balance zwischen Lachen und Weinen zu erschaffen. Das Stück rennt förmlich zwischen wahnwitzigen Szenen und todernsten Inhalten hin und her.

Die jungen Leute zwischen 15 und 30 Jahren haben so ziemlich alles selbst gemacht – vom Bühnenbild bis zu Maske und Kostümen, bei denen sie Denise Meiler von der Volksspielgruppe unterstützt hat. Und so zeigten sich deren Vorsitzende Erich Peinelt und Renate Eßbaumer nach der Premiere mächtig stolz auf den Bühnen-Nachwuchs.

Eine weitere Vorstellung

gibt es am Freitag, 29.September,  um 20 Uhr in der Stadthalle.

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