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Volle Betten: Klinik genesen

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Erding - Nach einem schwachen ersten Halbjahr legt das Kreiskrankenhaus Erding betriebswirtschaftlich wieder zu. Daran ist der neue Chirurgie-Chefarzt schuld.

Es ist erst ein paar Wochen her, da befürchtete Landrat Martin Bayerstorfer noch ein dickes Minus von rund 2,5 Millionen Euro unter der Jahresrechnung. Nach dem frühen Wintereinbruch sowie vor allem einer durchwegs gut belegten chirurgischen Abteilung ist die Hoffnung groß, das Defizit noch kräftig einzudampfen. In der Jahrespressekonferenz erklärte Bayerstorfer, der auch Verwaltungsratsvorsitzender des kommunalen Krankenhauses ist, der Einbruch im ersten Halbjahr sei überwunden, „die Zahlen steigen zum Glück wieder kräftig an“. Neben der Unfallchirurgie gelte das auch für die Orthopädie. Insgesamt, so Bayerstorfers Fazit, „normalisiert sich die Lage wieder“, wozu vor allem die Monate November und Dezember beigetragen hätten. Für ihn besonders wichtig: Das extrem kostenaufwändige „OP-Zentrum ist gut ausgelastet“.

Chirurgie-Chefarzt Dr. Gerhard Konrad berichtete: „Ja, wir spüren das Wetter sehr deutlich.“ Allein der Eisregen am Dienstagmorgen habe zwölf akute Unfälle beschert. „Zwei Patienten mussten wir noch am gleichen Tag operieren.“ Seit dem frühen Wintereinbruch habe die Belegung erheblich zugenommen. „Wir haben in etwa doppelt so viele Fälle wie sonst“, berichtet der Chefarzt - vor allem Prellungen, Sprung- und Handgelenksbrüche sowie Schenkelhalsfrakturen.

2011 wird das Leistungsspektrum der Klinik erneut ausgeweitet: Derzeit wird der Linksherzkatheter-Messplatz installiert, der eine invasive kardiologische Diagnostik und Therapie ermöglicht. Auch in Sachen Kinderheilkunde will Bayerstorfer vorwärts kommen. „Klar ist, eine pädiatrische Abteilung mit vollem Leistungsangebot ist in Erding nicht machbar. Ich hoffe aber, dass wir durch eine Kooperation mit den niedergelassenen Kinderärzten ein grundlegendes Rund-um-die-Uhr-Angebot aufbauen können“, so der Landrat.

Bewegung kommen könnte auch in das mittlerweile jahrelange Bemühen, in Erding eine Dialyse (Blutwäsche für Nierenkranke) zu etablieren. Bayerstorfer sagte, der ausgesuchte Facharzt und ein Anbieter aus Freising beharkten sich weiter vor Gericht. 2011 könnte man aber soweit sein, endlich einen Experten für die Klinik zu gewinnen.

Sehr zufrieden zeigte sich der Kreischef auch mit der Entwicklung der neuen Zentralen Patientenaufnahme. Die Bündelung aller Aufnahmeformalitäten und -untersuchungen habe die Abläufe nicht nur erleichtert, sondern vor allem auch beschleunigt. „So können wir Doppeluntersuchungen, die nur Geld kosten, vermeiden.“

ham

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