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Überblick aus der Luft: Unsere Aufnahme oben zeigt die erweiterte Wasserwacht-Station (Nummer 1), Kiosk (2), Bolzplatz (3), die Bereiche für Beachvolleyball (4), Beachhandball (5) und Streetball (6), die Calisthenics-Trainingsgeräte (7) neben den Trampolins, das Boccia-/Boule-Feld und die Minigolf-Anlage (8). Für Kinder gibt es zwei Abenteuerspielplätze.

Umgestaltung des Kronthaler Weihers 

Vom Baggerweiher zum Sportparadies

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Lange mussten die Erdinger darauf warten. Am Samstag war es soweit: Der Kronthaler Weiher ist nach eineinhalb Jahren der Umgestaltung offiziell freigeben worden. Knapp vier Millionen Euro hat die Stadt in das Erholungsgebiet investiert.

Erding – Vom Bagger-Weiher zum Freizeitareal mit Angeboten für alle Generationen: Dazu hat sich das 45 Hektar große Erholungsgebiet im Norden Erdings gemausert. Es sei für die „Lebensqualität der Bürger eine enorme Bereicherung“, sagte Oberbürgermeister Max Gotz am Samstag bei der offiziellen Freigabe. Im Beisein von zahlreichen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Vereinen durchschnitt er gemeinsam mit Planern und Landschaftsarchitekten symbolisch ein weiß-blaues Band. Für die musikalische Gestaltung der Eröffnung sorgte das Kreismusikschul-Projekt „Band plus“ mit Dieter Geitz und jungen Musikern.

Hunderte Meter Bauzaun, hatten die Erdinger Bürger nicht davon abhalten können, in den vergangenen eineinhalb Jahren immer mal wieder nachzuschauen, was am Südufer zwischen der Wasserwacht-Station im Osten und der Halbinsel im Westen so alles passierte. Und das war einiges: Der Weiher ist jetzt über fünf platzartige Wege zugänglich, die Bänke, Fahrradstellplätze und kleine Nebengebäude säumen. Auch weitere Toilettenanlagen und eine Dusche gibt es nun. Und Grillplätze.

Zudem ist das Areal in drei Zonen gegliedert. Die erste, der Straße und den Parkplätzen am nächsten liegend, bildet das Aktionsband mit Boule-/Boccia-Bahn, Trampolin, Streetball-, Beachvolleyball- und Beachhandball-Bereich, Bolzplatz und Minigolf. Es folgen – getrennt durch einen Weg – die Liegewiese und das Ufer mit erweitertem Familienstrand. Daneben führt Erdings erste Hängebrücke auf eine der beiden Inseln. Dort brütet gerade ein Schwan.

Das Südufer ist der erste Abschnitt des Kronthaler Weihers, den die Stadt nach dem Konzept ihrer Landesgartenschau-Bewerbung aus dem Jahr 2008 umgestaltet hat. Trotz der Ablehnung seien die Pläne nicht in der Schublade verschwunden. „Mit etwas Glück“, so Gotz, könnten weitere Bereiche umgestaltet werden. So sind ein Rundweg sowie im Nord-Westen ein naturbelassener Bereich mit Schilf geplant.

Fast vier Millionen Euro hat die Stadt investiert – „hervorragend angelegtes Geld“, wie Gotz betonte. Er erinnerte daran, dass der Bagger Weiher, wie er seit Jahrzehnten im Volksmund genannt wird, nie ein großes Badeprojekt gewesen sei. Der Kiesabbau habe dominiert, die nahe Kläranlage und die Einflugzone der Bundeswehr-Tornados nicht unbedingt zur Aufenthaltsqualität beigetragen. Doch „die Nutzung hat sich Zug um Zug verändert, Menschen haben da Ufer erobert“.

Der Freizeitdruck sei auch durch den Zuzug gewachsen, betonte Gotz. An schönen Sommertagen kommen mittlerweile tausende Bürger an den Kronthaler Weiher. Und nach der Umgestaltung werden es wohl noch mehr. Die Verkehrsbelastung für die Freisinger Siedlung sprach Gotz auch an. Deshalb sei die Anbindung des Areals an die geplante Nordumfahrung so wichtig.

Landschaftsarchitekt Martin Rist vom Marzlinger Büro NRT verlor nicht viele Worte bei der Eröffnung. Vielmehr forderte er die Gäste auf, die Anlage zu erkunden: „Sie werden verstehen, was wir uns gedacht haben.“ Er dankte der Stadt, „dass ich meine Jugendträume verwirklichen durfte. Ich habe das geplant, wie ich’s selber gerne hätte“.

Bevor sich die Gäste bei einem Rundgang einen Eindruck von den Veränderungen machten und sich am Kiosk bei Leberkäs und Kartoffelsalat stärkten, räumte Gotz noch mit zwei Gerüchten auf: Selbstverständlich werde es heuer die Weiher Feia der Wasserwacht geben, und zwar am Samstag, 5. August. Und selbstverständlich koste der Kronthaler Weiher weiterhin keinen Eintritt.

Der OB hofft, „dass die Menschen pfleglich mit der Anlage umgehen – auch die, die meinen, nachts hier sein zu müssen“. Und er kündigte an: „Wir werden ein Auge drauf haben.“ So werde das Ordnungsamt ab Juni auch an den Wochenenden kontrollieren – vor allem, ob die Rettungswege frei sind.

Am 8. Juli wird erneut gefeiert am Kronthaler Weiher. Dann wird die erweiterte Station der Wasserwacht eingeweiht. Sie leistet am Wochenende und an Feiertagen ehrenamtlich Dienst.

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