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Die Waffen einer Frau: Die selbstbewusste Eveyln (Julia Gruber) verführt den schüchternen Adam (Marcel Kowalewski) – und filmt das Liebesspiel.

Erdinger beim Theaterfestival am Chiemsee

Vom Nerd zum Loverboy

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Erfolgreicher Einstand für Marcel Kowalewski: Der Erdinger ist einer der Protagonisten beim Stück „Das Maß der Dinge“, das beim Theaterfestival „Dramasuri“ am Donnerstag Premiere hatte. Die Schauspieler erhielt am Ende stehende Ovationen.

Erding – „Dramasuri“ heißt das Theaterfestival, das vom 3. bis zum 13. August in Prien am Chiemsee stattfindet. Dort, im so genannten Eichental, gibt es im rund 200 Personen fassenden Zwei-Mast-Zelt 14 Theateraufführungen, flankiert von einer Theaterwerkstatt und diversen Workshops. Veranstaltet wird „Dramasuri“ vom Verein der Priener Bühnenkunst-Förderer.

Heuer gibt es erstmals eine Eigenproduktion: „Das Maß der Dinge“ des 1963 in Detroit geborenen Dramatikers Neil LaBute. Regie in diesem Vier-Personen-Stück führt der Priener Schauspieler und Regisseur Alessandro Visentin.

„160 Schauspieler haben sich beworben, und uns vier haben sie genommen“, erzählt Marcel Kowalewski stolz und deutet auf seine Mitspieler Julia Gruber, Lilian Mazbouh und Julian Brodacz. „15 Tage haben wir intensiv geprobt, von früh bis spät. Das war schon heftig“. Vor allem tagsüber habe die Hitze im Zelt den Schauspielern zugesetzt, aber das war nach der gelungenen Premiere alles vergessen.

Der 23-jährige Kowalewski spielt in dem Stück den Anglistikstudenten Adam, der ein klassischer Nerd ist und nebenbei als Aufseher in einem Museum jobbt. Dort lernt er die selbstbewusste Kunststudentin Evelyn (Gruber) kennen und lieben. Sie verwandelt den schüchternen Adam in einen heiß begehrten Loverboy. Seine Brille ersetzt sie durch Kontaktlinsen, ändert seinen Haarschnitt, seine Kleidung, schickt ihn ins Fitnessstudio, überredet ihn zu einer Nasenoperation und krempelt sein Leben bis in die intimsten Einzelheiten um. Amüsiert beobachten seine zwei besten Freunde, Jenny (Mazbouh) und Philip (Brodacz), die demnächst heiraten wollen, Adams Metamorphose. Noch ahnen sie nicht, dass auch sie bald Partner einer verhängnisvollen Affäre sind und eigentlich nur Marionetten in einem perfiden Plan.

Das Publikum war begeistert und spendete nicht enden wollenden Applaus. „Das war echt unglaublich“, schwärmte Kowalewski, als er sich nach der Premiere unter die Zuschauer mischte. „Wenn du siehst, dass alle aufstehen und applaudieren – sensationell.“ Er ist auf alle Fälle „total happy, dass alles so gut geklappt hat und das das Stück so gut angekommen ist“.

„Das Maß der Dinge“ wird beim „Dramasuri“ noch aufgeführt am 7., 8., 10. und 12. August, jeweils um 20 Uhr. Karten zum Preis von 21 Euro (ermäßigt 14 Euro) gibt es an der Abendkasse.

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