Tenor Thomas Lucket, Stellario Fagone am Klavier, Sopranistin Elisabeth Rauch und Bass Tobias Pfülb stehen auf der Bühne im Aufhausener Schloss-Stadel.
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Gelungene Operngala mit hochkarätigen Musikern (v. l.): Tenor Thomas Lucket, Stellario Fagone am Klavier, Sopranistin Elisabeth Rauch und Bass Tobias Pfülb.

Spendenaktion zugunsten der Tafel

Von der Staatsoper in den Schloss-Stadel: Benefizkonzert in Aufhausen

Ein Benefizkonzert wurde im Aufhausener Schlossgarten zugunsten der Tafel Erding veranstaltet. 160 Gäste genossen das Event trotz Corona-Regeln.

Erding – Zu einem Benefizkonzert mit hochkarätigen Künstlern im stilvollen Ambiente des Aufhausener Schlossgartens hatte Giorgio Zolyniak von der Erdinger Werbeagentur Visionare eingeladen. Unter dem Motto „Dein ist mein ganzes Herz“ ließen sich zahlreiche Besucher von weltbekannten Melodien aus Oper und Operette bezaubern. Der Reinerlös aus Ticketverkauf sowie Spenden der Sponsoren und Besucher kommt der von der Nachbarschaftshilfe betriebenen Tafel Erding zugute.

Angesichts der gewittrigen Wetterprognose hatte der Veranstalter das Premierenkonzert am Freitagabend vorsorglich in den offenen Schloss-Stadel verlegt. So konnte sich Giorgio Zolyniak so richtig freuen, als pünktlich zu Konzertbeginn der erste Regenschauer losbrach. Die erwartungsvolle Besucherschar saß da schon im Trockenen.

Beim ersten Charity-Event nach dem Corona-Lockdown mit 160 Gästen gab es diverse Hygieneregeln zu beachten. So erfolgte vor dem Einlass eine Fiebermessung an der Stirn, dann wurden die Gäste einzeln an ihre nummerierten Plätze begleitet. Während der Veranstaltung herrschte die „Biergartenregelung“ mit Maskenpflicht bis zum Sitzplatz. Die reservierten Grüppchen durften natürlich beisammen sitzen, zu Fremden herrschte ausreichend Abstand.

Spürbar war im Publikum die Freude, wieder an einem kulturellen Event teilzunehmen, dabei seine hübschen Sommerkleider auszuführen und auch Bekannte und Freunde zu treffen.

Pianist Stellario Fagone, 1. Chordirektor der Bayerischen Staatsoper, führte unterhaltsam durch das sorgsam zusammengestellte Musikprogramm, mit dem die drei Solisten ihr Publikum begeisterten. Sopranistin Elisabeth Rauch aus München im bezaubernden roten Abendkleid, dazu Tenor Thomas Luckett und der Erdinger Bass Tobias Pfülb im Frack präsentierten die bekannten Opernarien in wechselnder Besetzung.

In dem weiträumigen Schloss-Stadel, der normalerweise bis zu 600 Gäste fasst, war Dank der guten Akustik jeder Ton und jedes Wort auch in der hintersten Reihe klar zu hören. Mitreißend war es, wie Pfülb in dem berühmten Duett aus Mozarts „Don Giovanni“ seine Zerlina verführt, sie langsam mit seinem Charme überzeugt und schließlich an einem Seil mit sich zieht. Auch von Tenor Luckett ließ sich Sopranistin Rauch gerne betören, der in Verdis „La Traviata“ der Violetta seine Liebe gesteht. Lauschte das Publikum während der Darbietung noch mucksmäuschenstill, so wurden am Ende erste Bravo-Rufe laut.

Einen wahren Begeisterungssturm löste Luckett mit der weltbekannten Arie „La donna e mobile“ aus Verdis Rigoletto aus, die er gerne noch ein zweites Mal vortrug. Nach der kurzen Pause galt es, ein Geburtstagskind zu feiern, und so wurde Gertrude mit einem „Happy Birthday“ in der Opernvariante beglückwünscht. Mit dem von ihr besungenen „Strahlenden Mond“ um die Wette strahlte nun auch Sopranistin Rauch in einer nachtblauen Robe. Lokalmatador Pfülb flogen bei der Arie „Dein ist mein ganzes Herz“ aus Franz Léhars „Land des Lächelns“ die Herzen der Damen zu. Sein schauspielerisches Talent wurde auch offenbar, als er beteuerte, er habe eine Dame „ja nur auf die Schulter geküsst“.

Dass bei einem Benefizkonzert auch das Thema Geld nicht unwichtig ist, betonte Organisator Zolyniak. Wie im richtigen Leben überlegen auch in der Arie „Fünftausend Taler“ einige Menschen, was sie denn mit ihrem Vermögen anstellen sollen. Die weniger Begüterten hadern dagegen mit ihrem Schicksal und träumen davon, sich eines Tages ihre Wünsche wie ein Haus oder gutes Essen zu erfüllen. Bestes Beispiel hier ist der Milchmann Tevje aus Anatevka mit der Arie „Wenn ich einmal reich wär“, intoniert von Pfülb mit seinen tragenden Bass.

Übertragen auf den wunderbaren Musikabend, appellierte Veranstalter Zolyniak an die Zuschauer, sich bei der Spendensammlung großzügig zu zeigen und damit die Nachbarschaftshilfe mit der Tafel zu unterstützen. Sein Dank galt auch den Sponsoren des Abends und den Hausherren. Die Familie von Hammerstein hatte den Schloss-Stadel kostenlos zur Verfügung gestellt und dazu eine großzügige Summe gespendet.

Erst nach einer Zugabe durften die Interpreten, die dem Publikum einen wunderbaren Musikabend beschert hatten, die Bühne verlassen. Veranstalter Zolyniak, dem es gelungen war, eine solch große Kulturveranstaltung in Corona-Zeiten sicher durchzuführen, hat bereits Pläne für ein Konzert mit Weihnachtsmarkt zur Weihnachtszeit – viele Gäste der Operngala kommen sicher gerne wieder.

Gerda und Peter Gebel

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