Von der Mittelschule zur Mittleren Reife

9+2 nur in Finsing und Wartenberg

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Die Familien haben entschieden: 9+2-Klassen, die zur Mittleren Reife führen, wird es nur in Finsing und Wartenberg geben. Für Isen gab es zu wenig Anmeldungen.

Landkreis - So weit können der politische Plan und die Wahlfreiheit der Familien auseinander liegen. Im Oktober 2016 beschloss der Kreistag Isen als zweiten 9+2-Standort neben Wartenberg. Es war eine indirekte Festlegung, denn der Kreistag legte sich mehrheitlich fest, nur für den Standort Isen die Schülerbeförderung zu bezahlen – wegen angeblich besserer ÖPNV-Voraussetzungen. In Finsing kam es zum Protest. 9+2 wurde zum großen Polit-Zankapfel.

Ende Januar setzte Kultusstaatssekretär Georg Eisenreich (CSU) einen salomonischen Kompromiss durch: Die so genannte Vorbereitungsklasse, die Mittelschüler mit Quali in zwei zusätzlichen Schuljahren zur Mittleren Reife führt, könne in Wartenberg fortgeführt sowie in Isen und Finsing angeboten werden – sofern sich pro Standort mindestens 18 Jugendliche verbindlich anmelden.

Am Dienstag hat Schulamtsleiterin Marion Bauer das Ergebnis vorgelegt: 33 Anmeldungen in Wartenberg, 23 in Finsing, aber nur zehn in Isen. Das heißt: 9+2-Klassen werden im September nun an den beiden ersten Klassen angeboten. Isen geht leer aus. In Wartenberg kann die Schule aufatmen, denn die beiden neuen Angebote hätten diesen Standort gefährden können.

Bauer kündigte an, das Schulamt werde nun mit allen Interessenten Kontakt aufnehmen, um den jeweils passenden Standort zu finden. Sie machte im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich, „dass 33 in einer Klasse zu viel sind“. Es könne also sein, dass einzelne Jugendliche je nach Wohnort nach Finsing geschickt werden müssten. „Wir warten jetzt die Quali-Ergebnisse ab. Dann haben wir konkrete Zahlen.

Hoch zufrieden zeigte sich Finsings Bürgermeister Max Kressirer, der vehement für seine Schule gekämpft hatte. „Ich bin sehr froh und hatte nach dem Infoabend mit 35 Besuchern ein gutes Gefühl.“ Man sei gerüstet, im September loslegen zu können. Der Gymnastikraum werde umgebaut, um hier Mittagsbetreuung und Ganztagsschule unterzubringen. Dann werden Klassenräume frei. Was die Schülerbeförderung betrifft, macht sich Kressirer keine Sorgen: „Das ist die gesetzliche Pflicht des Landkreises.“

Sein Isener Bürgermeisterkollege Siegfried Fischer erklärte: „Es ist schade, dass wir die erforderliche Schülerzahl zur Klassenbildung nicht erreichen. Dies war zu erwarten, weil in verschiedenen Gesprächen sehr bald zu erkennen war, dass wir aus bestimmten Bereichen der Schullandschaft wenig Unterstützung bekommen werden.“ Konkreter wollte er nicht werden. Fischer sieht es sportlich: „Hin und wieder verpasst man halt den Aufstieg. Das heißt noch lange nicht, dass man abgestiegen ist. Man probiert´s ein andermal, und über Fairplay kann man immer was lernen.“

Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) kommentierte das Ergebnis mit den Worten: „Ich bin froh und stolz, dass es einen zweiten 9+2-Standort gibt. Das war unser Ziel.“ Allerdings müssten Schüler aus dem südöstlichen Landkreis nun mit bis zu zweistündigen Schulwegen rechnen. Noch sei unklar, welche 9+2-Schule diese jungen Leute besuchen werden. Bayerstorfer glaubt nicht, dass das Ministerium Isen in einem Jahr eine zweite Chance gibt. Derzeit gebe es definitiv zu wenig Interessenten. Von der Anbindung her, wäre Isen der bessere Standort gewesen.

Rubriklistenbild: © dpa

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